Das Ende einer Ära

Trainerwechsel in Hamburg

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von Stefan Bluemer

Roger Brown, eine Institution im deutschen Golfsport, trainiert nach 27 Jahren nicht mehr die Herrenmannschaft des Hamburger GC. Der frühere Nationaltrainer Dänemarks übergibt das Team in jüngere Hände. Matthias Boje, der schon seit drei Jahren als Co-Trainer der Bundesliga-Truppe fungiert, hat ab 2018 sportlich das Sagen.

 

Hamburg – Als Nationaltrainer Dänemarks hatte Roger Brown etliche Spieler aufgebaut, die später auf der European Tour und weltweit erfolgreich waren.

Thomas Björn mit seinen 15 Siegen in Europa sticht heraus, aber auch Steen Tinning (zwei Titel) und Anders Hansen (drei Siege) wurden durch Roger Brown auf dem Weg in die Weltspitze geformt.

Im Amateurgolf hatte Roger Brown auch zahlreiche Erfolge mit seinen Schützlingen. Herausragend hier ebenfalls Thomas Björn mit seinem Titel bei der Europameisterschaft und Pernille Carlsen als Siegerin bei den „British Ladies“.

Hamburger Ära

Nachdem sich der Hamburger GC die Dienste des Coaches gesichert hatte, produzierte der Traditionsclub am Elbufer Nationalspieler fast in Serie. Michael Thannhäuser, Phillip Neels, Helge Schmed, Philipp Westermann, Benjamin Miarka und auch Esther Poburski vertrauten ebenso auf die Hilfe des Briten, wie zahlreiche Athleten, die es in die diversen Jugendkader im Norden und auf Bundesebene brachten.

Mit seinen Schützlingen räumte der Erfolgscoach so viele internationale und nationale Titel ab, dass eine Aufzählung fast unmöglich ist. Als größte internationale Erfolge dürfen aber die Erfolge von Michael Thannhäuser angesehen werden, der 1997 die St.Andrews Trophy gewann und 1999 mit Siegen bei der French Amateur Championship und auch den „French Boys“ die Grande Nation in Hamburger Farben tauchte.

Philipp Neels holte sich 1996 den Titel des Deutschen Jugendmeisters und gewann zudem die Luxembourg Amateur Championship. 2002 holte sich Helge Schmedt den Titel im Großherzogtum Luxembourg.

Nationalspieler Philipp Westermann sammelte in den USA in seiner College-Zeit Erfolge bei hochklassig besetzen Turnieren und gewann 2010 die Internationale Amateur Meisterschaften von Deutschland.

Christopher Carstensen knüpfte aus Falkensteiner Sicht mit seinem Sieg bei der Austrian Amateur Championship 2012 wieder an glanzvolle Zeiten auf internationalem Grün an und feiert 2017 seinen ersten Sieg auf der Pro Golf Tour.

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Niklas Adank hatte schon 2016 seinen ersten Titel bei den Profis geholt.

Mannschaft

Bei soviel individueller Klasse war Roger Brown auch mit der Mannschaft des HGC Falkenstein mehrfach erfolgreich. 1998, 2001 und 2003 fügte das Team der langen Erfolgsgeschichte des Rekordmeisters drei weitere Titel hinzu.

Neben den Goldmedaillen gab es weiteres Edelmetall bei Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Hülle und Fülle.

Bei der European Club Trophy kam die hanseatische Vertretung 2001 mit einer Bronzemedaille vom Turnier mit den Landesmeistern der großen Golfnationen Europas zurück.

Neumann würdigt Brown

Marcus Neumann, Vorstand Sport des Deutschen Golf Verbandes, würdigte die Verdienste, die sich der scheidende Trainer des Hamburger GC gemacht, in eindrücklichen Worten: "Roger Brown ist eine Institution und einer der Trainer, die am meisten Respekt im ganzen Land genießen. Wenn Roger nun nach 27 Jahren, in denen er mit der Herren-Mannschaft des Hamburger GC sehr erfolgreich gearbeitet hat, die Mannschaft in jüngere Hände übergibt, dann ist das zwar der Lauf der Zeit, aber die Art und Weise, wie Roger Brown seine Aufgabe ausgefüllt hat, ist schon außergewöhnlich, auch weil nachhaltige Trainingsarbeit sich in Falkenstein immer wieder bewährt hat. Das deutsche Herrengolf hat Roger Brown viel zu verdanken. Durch seinen Einfluss ist die Leistungsdichte insgesamt erhöht worden und andere Clubs haben sich mehr anstrengen müssen, um gegen Hamburg bestehen oder gewinnen zu können. Im Namen des Deutschen Golf Verbandes bedanke ich mich bei Roger Brown sehr herzlich für seine Hingabe und sein unermüdliches Engagement, die weit über einen normalen "Job" hinaus gingen. Gleichzeit wünschen wir Matthias Boje als Nachfolger von Roger Brown alles Gute. Vielleicht gelingt es auch ihm, eine Ära in Falkenstein zu prägen."