Hamburg und Berlin stehen im Finale

Final Four

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Stefan Bluemer

Berlin schlägt sensationell den Titelverteidiger, Hamburg setzt sich gegen München durch.

SCORING DAMEN FINALTAG VIERER

SCORING DAMEN FINALTAG EINZEL

 

Köln - Die Saison 2018 der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi neigt sich dem Ende zu. Beim Final Four wurden am Samstag die Halbfinal-Partien ausgetragen.
Nachdem bei den Herren ja schon vorher feststand, dass es einen neuen Deutschen Meister geben wird, weil Titelverteidiger GC Hubbelrath es gar nicht bis ins Finalturnier geschafft hatte, hat heute der GLC Berlin-Wannsee als klarer Underdog gegen den Titelverteidiger triumphiert.

5:4 für Berlin

Nach den Vierern führt der amtierende Deutsche Meister aus St. Leon-Rot noch mit 2:1 gegen den GLC Berlin-Wannsee.
Zita Arndt gewann mit Debütantin Linda Rademacher 3&1 gegen Leonie Harm und Celina Sattelkau. Diesem Sieg von Berlin standen zwei Siege von SLR gegenüber:
Laura Kowohl/Ashley Fowler gewannen mit 3&2 gegen Tina Fischoeder/Lydia Volkmer und Marie Bechtold/Karolin Lampert setzen sich auf dem 18. Grün mit 2auf gegen Luka Kienbaum/Johanna Wollenhaupt durch.
In den Einzel drehte Berlin noch mal richtig auf. Zita Arndt führte zwischenzeitlich immer wieder knapp gegen Leonie Harm, konnte sich aber nicht so absetzen, dass man von einer Vorentscheidung hätte sprechen können. Am Ende reichte es aber zu einem 2&1-Sieg. Der Ausgleich für Berlin.
Das zweite Match kann man von der Papierform her als ungleiches Duell bezeichnen. Linda Rademacher hatte bisher noch nie für das Team vom Wannsee in der KRAMSKI DGL aufgeteet und schon am Vormittag im Vierer das Gefühl kennen gelernt, zu siegen. Die 16-Jährige aus Berlin traf auf Karolin Lampert, die in der Order of Merit der Ladies European Tour gerade auf Rang vier steht. Alles andere als ein klarer Sieg für die Proette war im Vorfeld als Utopie angesehen worden. Aber die Debütantin aus der Hauptstadt zeigte keine Nerven und genoß einfach den Tag. Nach zwei Bahnen führte Rademacher sogar und hielt ansonsten das Match meist ausgeglichen. Als Karolin Lampert doch mal in Führung ging, blieb die Außenseiterin aber cool und spielte einfach ihren Stiefel runter. Dies reichte am Ende, um der hohen Favoritin auf dem 18. Grün ein all square abzutrotzen.
Im dritten Match ging Celina Sattelkau für den noch amtierenden Meister auf Bahn 8 in Führung, baute diese sukzessive aus und ließ einer keineswegs enttäuschenden Tina Fischoeder mit 3&1 keine Chance mehr, zurückzukommen.
Im vierten Match lief es genau andersherum. Lydia Volkmer ging gegen Ashley Fowler früh in Führung und ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, auch wenn das Match lange Spitz auf Knopf stand und die Berlinerin keinen großen Vorsprung erspielen konnte. Mit 3&1 ging der Punkt an den Wannsee.
Im fünften Match lieferten sich Johanna Wollenhaupt und Laura Kowohl ein heißes Match, das praktisch immer ausgeglichen war – und ausgeglichen blieb. All square sorgte dafür, dass entweder das letzte Match die Entscheidung bringen musste oder aber ein Stechen anstünde.
Es wurde dramatisch. Luka Kienbaum hatte nach 15 Bahnen noch 1down gelegen, glich auf der 16 nach einem sehr guten Lobshot aus und stand auf dem 18. Grün mit einem Putt zum Sieg. Die ehemalige Jugend-Nationalspielerin behielt die Nerven und durfte sich über einen späten 1auf-Sieg gegen die unglückliche Marie Bechtold freuen.

Berliner Spezialität

Der Underdog aus Berlin hatte mal wieder seine ganz speziellen Fähigkeiten gezeigt, im Matchplay für jedes Team eine ganz hohe Hürde zu sein.
Die Enttäuschung beim Favoriten aus der Kurpfalz war riesig, während der Jubel bei Berlin groß war.
Luka Kienbaum strahlte nach dem großen Sieg: „Wir sind super happy. Die Rolle als Underdog haben wir immer sehr gut angenommen. Wir wussten, dass wir eine Chance haben, wussten aber auch, dass wir uns richtig anstrengen müssen. Wir haben als Team super funktioniert und sind megastolz. Wir bedanken uns bei St. Leon-Rot für sehr faire Matches und können nun morgen nur noch gewinnen. Wir sind nicht in voller Besetzung hier, aber im Lochspiel ist vieles möglich. Silber haben wir schon, Gold können wir uns noch holen. Das ist eine tolle Ausgangslage für uns.“

Yasin Turhal, der Geschäftsführer des GLC Berlin-Wannsee war nach dem Sieg sichtlich stolz auf die Leistung, die das Damenteam abgeliefert hatte: „Das war großartig. Damit haben wir alle nicht gerechnet, weil auch einige Spielerinnen fehlen. Aber was die Mädels, auch die ganz jungen Mädels heute geleistet haben, ist unfassbar gut gewesen. Wir freuen uns riesig über den Einzug ins Finale und greifen morgen gegen Hamburg an. Die Trainer Daniel Mertens, Mario Hansch und auch Miriam Hiller haben die Spielerinnen sehr gut eingestellt. Gerade den jungen Spielerinnen haben sie klar gemacht, dass sie keinen Druck haben und nur gewinnen können. Das haben sie dann als Mannschaft zum Schluss auch gemacht.“

Respekt für Wannsee

Pascal Proske, Coach des GC St. Leon-Rot, zollte dem Gegner großen Respekt: „Nachdem der Putt von Luka Kienbaum gefallen ist, haben ich gedacht: Das ist Sport! Wir sind in der Breite nicht so gut gestartet und Wannsee hat schnell ein paar Matches in seine Bereiche gebracht. Wir konnten das zur Hälfte der Runde wieder etwas drehen, aber hinten heraus wurde Berlin unglaublich stark. Es war gar nicht so, dass ich bei uns Fehler gesehen hätte. Wannsee hat es hinten heraus einfach gewonnen.“
Nach der Niederlage sieht der Coach das Teamgefüge besonders gefordert: „Es ist leicht, in einer Erfolgssituation eine familiäre Stimmung zu haben. Umso schwieriger wird das bei einer Niederlage. Aber wir werden uns auf unsere familiäre Art und Stimmung stützen und das heute trotz der Niederlage so leben können.“

5:4 für Hamburg

Im zweiten Duell lag der Nordmeister Hamburg am Mittag nach den Vierern klar mit 2;5:0,5 in Führung. Esther Henseleit und Lilly Köster hatten es beim 7&6-Sieg gegen Anni Eisenhut und Pilar von Heynitz besonders eilig.
Auch Marietta Dohrendorf und Christin Eisenbeiß ließen bei ihrem 6&4-Sieg gegen Nicola Rössler und Tanja Morant wenig Spielraum.
Das dritte Match war dagegen die erwartet enge Geschichte. Thea Hoffmeister und Vicki Troeltsch, beide als ehemalige Nationalspielerinnen sehr erfahren, forderten Miriam Emmert und Maike Schlender bis zum letzten Schlag und so wurde dieses Match folgerichtig geteilt. Dazu war allerdings auf Bahn 9 ein echter Zauberschlag von Maike Schlender nötig. Fast hätte sie ein Hole-in-One erzielt, aber der Ball wollte die letzten Zentimeter nicht mehr nehmen. Der zum Birdie geschenkte Putt wäre reine Formsache gewesen.
In den Einzeln wurde es richtig spannend, weil München sich als ebenbürtiger Gegner präsentierte.

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  • Die Vize-Europameisterin Esther Henseleit auf Tee 15  (Foto: DGV/stebl)
  • Pilar von Heynitz spielte gemeinsam mit Anni Eisenhut für den MGC  (Foto: DGV/stebl)
  • Auf Tee 16: Lilly Köster  (Foto: DGV/stebl)
  • Auf Tee 16: Pilar von Heynitz  (Foto: DGV/stebl)
  • Der Support der Hamburg war farblich immer gut zu erkennen  (Foto: DGV/stebl)
  • Esther Henseleit versenkt...  (Foto: DGV/stebl)
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Bilder des Tages I

Bilder des Tages II

Vorneweg marschierte Esther Henseleit. Die Varelerin im Dress des HGC ging mit Siebenmeilenstiefeln gegen Pilar von Heynitz in Führung, baute diese schon auf dem siebten Grün zum 4auf aus und ließ der jungen Münchenerin wenig Hoffnung, das Blatt drehen zu können. Zwar verkürzte von Heynitz zwischendurch nochmal, aber eng wurde es nicht mehr, denn die Vize-Europameisterin zog die Zügel wieder an und machte mit 5&4 die Sache klar.
Damit stand es 3,5:0,5 für den Favoriten aus dem Norden. Für Spannung war aber dennoch weiter gesorgt, denn die übrigen Zwischenstände ließen es für München weiter zu, vom Finaleinzug zu träumen. Im zweiten Match führte Hendrika Labsch zwar lange, ohne aber entscheidend davon zu ziehen. Auf dem 16. Loch war es ein von außen eingechippter Ball, der Anni Eisenhut nach hartem Kampf die Führung brachte. Und dies, obwohl zuvor der Schlag ins Grün von Hendrika Labsch die Zuschauer schon zu kräftigem Beifall trieb, weil der Ball ganz hervorragend lag. Am Ende durfte die Spielerin des Junior Team Germany mit 2&1 über einen Punkt für ihr Münchener Team jubeln.
Marietta Dohrendorf lieferte sich mit Tanja Morant ein sehenswertes Duell. Die beiden spielten in einem Match, bei dem das einzig Beständige der Wechsel war. Mal hatte die junge Hamburgerin die Nase vorne, mal lag die routinierte Münchenerin in Front. Wo sonst hätte das Match enden können als auf dem 18.  Grün. Mit dem besseren Ende in Form eines 1auf-Sieges für die Bayerin.
Auch im folgenden Match setzte sich Routine gegen Jugend durch. Vicki Troeltsch warf ihre gesamte Erfahrung in die Waagschale, um gegen Christin Eisenbeiß zu triumphieren. Am Anfang hatte die Hamburgerin einmal die Führung übernommen, aber nachdem die Altinternationale aus München das Heft des Handelns in die Hand bekommen hatte, gab sie es nicht wieder her. Mit 3&1 ging der Punkt an München, gleichbedeutend mit dem Ausgleich für die gesamte Partie.
Die Spannung war an diesem sonnigen und warmen Sommertag längst auf dem Siedepunkt, als das Match zwischen Lilly Köster und Thea Hoffmeister in die Endphase ging. Beide zeigten großartigen Sport und kämpften lange auf Augenhöhe. Spät setzte sich die Hamburgerin etwas ab und machte mit 3&2 auf dem 16. Grün den Deckel drauf. Damit stand schon fest, dass Hamburg entweder siegen würde oder aber ein Stechen die Entscheidung bringen muss.
Das letzte Match wurde von Miriam Emmert für Falkenstein und Nicola Rössler für den Münchener GC bestritten und auch hier war es lange sehr, sehr eng. Rössler ging zunächst in Front, konnte sich aber nicht absetzen. Nach 13 Bahnen stand es bei diesem Spitzenspiel wieder all square. Zwei Lochgewinne für Miriam Emmert senkten die Waagschale schon in Richtung Hamburg, aber erst auf dem 17. Grün war die Sache entschieden. Dormi wäre das Match auf das 18. Tee gegangen, aber da der halbe Punkt sicher war, wurde entsprechend gegeben, so dass in der Statistik ein 5:4-Sieg des HGC über den MGC steht.

Großer Sportsgeist

David Graskamp, Coach des zweiten Siegers in dieser Partie, war am Abend trotz der Niederlage gefasst: „Wir haben nach dem Spiel im Kreis gestanden und uns alle umarmt. Ich haben den Spielerinnen gesagt, wie stolz ich auf das Team bin. Es war kein einziges Mal zu spüren, dass sich jemand hängen lässt. Es war immer der Glaube da, das Dinge zu gewinnen.“
Als Wendepunkt machte Graskamp den famosen Schlag von Maike Schlender im Vierer aus, als die Hamburgerin auf der letzten Bahn vom Tee aus fast eingelocht hätte. „Aber wir waren weiterhin voller Zuversicht, denn es war alles sehr eng und sah so aus, als wenn wir ins Stechen gehen können. Das ging sogar bis zum vorletzten Grün mit dem sehr guten Schlag von Nicola Rössler. Aber Hamburg hat wirklich grandios gespielt. Was wieder ganz toll war: Alle haben immer gute Schläge gegenseitig honoriert. Das Match war hart umkämpft und am Ende megaknapp“, so der Münchener Coach.
Der Blick auf das Kleine Finale ist gedämpft zuversichtlich: „Jetzt gucken wir auf morgen. St. Leon-Rot hatten wir in der Gruppe und wissen, wie dominierend die gespielt haben, aber im Lochspiel ist alles möglich. Wir hoffen darauf, sie wieder schlagen zu können. Wir gehen morgen genau so motiviert ins Match wie heute!“

Hamburger Kampf

Christian Lanfermann hatte einen interessanten, aber keineswegs stressfreien Tag erlebt: „Ich habe einen Tag mit vielen Höhen, aber phasenweisen auch Tiefen erlebt. Unsere Vierer waren sensationell. 2,5:0,5 war ein klares Ausrufezeichen, auch wenn man sagen muss, dass es im letzten Vierer lange nicht danach aussah, dass wir dort noch einen halben Punkt holen würden. Aber der Schuss von Maike Schlender auf der letzten Bahn, in der Situation den Ball so auf den Punkt zu bringen, ist eine Stärke, die ich Maike unglaublich gönne.“ Nach einer sehr kurzen Mittagspause ging es weiter, aber nicht ganz so, wie der HGC-Coach sich das vorgestellt hatte: „In den Einzeln haben wir vielleicht die Bissigkeit etwas verloren und es uns dadurch sehr schwer gemacht. München hat sehr stark und souverän gespielt und ich bin froh, dass wir am Ende den Deckel drauf machen konnten. Wir hatten heute nicht das Momentum auf unserer Seite, aber meine Mädels haben sich auch nicht von den vielen guten Schlägen der Münchenerinnen aus der Ruhe bringen lassen. Ich bin sehr dankbar, wir hinten heraus so erfahrene Spielerinnen hatten, die ihre Leistungen durchziehen konnten. Wir freuen uns jetzt auf ein geiles Finale. Berlin hat seine Stärken und sie haben heute bewiesen, dass sie definitiv Lochspiel spielen können. Wir werden sie nicht unterschätzen, aber unser Ziel ist ganz klar: wir wollen hier Gold holen!“

Lilly Köster, die sowohl den Vierer mit Esther Henseleit, wie auch ihr Einzel gewonnen hatte, war überglücklich: „Ich bin ein absoluter Team-Player und Final-Four-Spieler. Das ist mein Event, egal was passiert! Es bringt unfassbar viel Spaß. Gerade gegen München war es ein sehr faires und cooles Match auf echt hohem Niveau. Dass jetzt beide Nordmannschaften im Finale stehen, kam unerwartet, das ist der Hammer. Wir spielen das ganze Jahr gegeneinander und treffen uns jetzt im Finale wieder. Das wird spannend und sicher gibt es viele Emotionen. Es warten morgen große Momente auf uns!“

Startzeiten Finaltag

Am Sonntag starten die Vierer bei den Damen wieder um 7.30 Uhr. Auf Tee 1 geht das Finale zwischen Berlin und Hamburg raus, während das Kleine Finale zwischen St. Leon-Rot und München auf Tee 10 startet. Die Einzel sind am Sonntag ab 13.00 Uhr vorgesehen.

  • Laura Kowohl aus SLR spielte stark, verpasst den Sonderpreis aber ebenso wie...  (Foto: DGV/stebl)
  • ... Lydia Volkmer vom GLC Berlin-Wannsee, die...  (Foto: DGV/stebl)
  • ... ihrer Partnerin Tina Fischoeder eine arg unschöne Aufgabe stellte  (Foto: DGV/stebl)
  • Die routinierte Spielerin versuchte noch, den Ball freizubekommen, kam damit aber nicht sehr weit  (Foto: DGV/stebl)
  • Ashley Fowler aus SLR hatte vergeblich die kurze Puttlinie gelesen. Das Loch wurde geschenkt  (Foto: DGV/stebl)
  • Karolin Lampert legte vor, bekommt aber nach diesem Versuch den Audi nicht  (Foto: DGV/stebl)
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