Hamburg & St. Leon-Rot im Meisterschaftskampf

Final Four

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von Christopher Tiess

Nachdem sie noch am Vormittag zurücklagen, bezwingen die Falkensteiner Damen den Münchener GC am Ende des Halbfinaltages deutlich mit 6:3 und rücken ihrem großen Traum ein gehöriges Stück näher. Die eng geführte Partie zwischen dem GC St. Leon-Rot und dem G&LC Berlin-Wannsee hingegen findet ihre Entscheidung erst im Stechen. Celina Sattelkau und Leonie Harm vom GC St. Leon-Rot gewinnen hier ihre Duelle sowie die notwendigen zwei Punkte für den Finaleinzug.

Hamburger GC vs. Münchener GC

Köln - In den Viererpartien des Vormittags zogen die Hamburgerinnen zwar mit 1:2 Punkten den Kürzeren. Schlecht gespielt haben sie allerdings nicht. Beide verlorenen Punkte gaben sie erst am letzten Grün an ihre Gegnerinnen aus München ab. Den gewonnenen Punkt hingegen konnten Miriam Emmert und Maike Schlender bereits frühzeitig mit 4&3 gegen Pia Halbig und Thea Hoffmeister sichern. Dennoch - die Lage war zumindest halbwegs prekär. Mindestens vier der sechs anstehenden Einzelpartien mussten die Norddeutschen für sich entscheiden, um in das große Finale zu gelangen.

Am Ende drehen die Falkensteinerinnen in den Einzeln voll auf. Sie nahmen den Damen des Münchener GC am Nachmittag ganze fünf Punkte ab. Und kein einziges der Matches wurde über die volle Distanz gespielt - auch nicht der ehrenrettende 4&2-Sieg von Thea Hoffmeister (Münchener GC) über die junge Sophia Dickel (Hamburger GC). Eine der bemerkenswertesten Partien war dabei jene zwischen Lilly Marie Köster (Hamburger GC) und Pilar von Heynitz (Münchener GC). Nach acht gespielten Bahnen lag von Heynitz 3auf in Führung. Erst eine Birdie-Serie brachte Köster wieder zurück ins Spiel und ließ sie die Partie am Ende zu einem 3&1 drehen. Lilly Marie Köster resümiert: „Ich bin zu Beginn der Runde nicht gut reingekommen. Pilar hat heute hingegen sehr stark gespielt. Das hat es mir am Anfang schwer gemacht. Ich wusste jedoch das mein Team den Punkt braucht. Es war ein sehr faires Match mit wirklich gutem Golf. Und es war ein Match, das mich gefordert hat. Ich war die ganze Zeit über mit den Gedanken bei meinem Team und das hat mir geholfen, am Ende über mich hinaus wachsen und den Punkt sichern.“

Christian Lanfermann, Coach der Hamburger Damen sagt nach dem Sieg: „Wir freuen uns sehr über den Finaleinzug. Letztendlich gab es für uns nach dieser wirklich guten DGL-Saison auch gar keine andere Option, als hier nach Gold greifen zu wollen. Wir wussten, dass München ein sehr sehr starker Gegner ist. Als wir nach den Vierern 2:1 zurückgelegen haben, haben wir uns deshalb zusammengesetzt und uns gesagt, dass wir nur diese eine Chance haben. Und genau die wollten wir eben auch am Schopfe packen. Die Mädels haben realisiert, dass sie viel mehr können, als das, was sie heute Vormittag gezeigt haben. Und so konnten wir das Match letztendlich für uns entscheiden. Wir freuen uns tierisch auf das Spiel gegen St. Leon-Rot, zumal wir jetzt endlich auch eine Underdog-Rolle einnehmen können. St. Leon-Rot muss hingegen seiner Favoritenrolle gerecht werden und wir werden alles tun, um sie möglichst lange zu ärgern und am Ende Hamburger Geschichte zu schreiben.“

GC St. Leon-Rot vs. G&LC Berlin-Wannsee

In der zweiten Partie des Tages kämpften die Damen des G&LC Berlin-Wannsee gegen die spielstarken Titelverteidigerinnen des GC St. Leon-Rot. In den Vierern konnten die Damen aus der Hauptstadt mit 6&4 den frühzeitigsten erspielten Punkt der heutigen Vierer verzeichnen. Dennoch mussten sie die beiden anderen Partien mit 3&2 sowie 2&1 an SLR abgeben. Eine schwere Hypothek, wenn man gegen einen so starken Gegner spielt. Dennoch schaffte es das Team um Coach Mario Hansch, in den Einzelpartien gegenzuhalten und drei der Matches zu gewinnen und eine Partie zu teilen. Beeindruckend war dabei das 8&7 zwischen Anastasia Mickan (G&LC Berlin-Wannsee) und Natalie Wagner (GC St. Leon-Rot). Mit Ausnahme einer verlorenen und einer halbierten Bahn, gewann die Berlinerin jedes der gespielten Löcher und schickte Wagner bereits nach elf Bahnen zurück ins Clubhaus. 

Als sich der Nachmittag zum Abend neigte, waren bereits alle Partien entschieden, bis auf eine. Hier spielte die nach langer Verletzungspause wieder im Team stehende Luka Kienbaum (G&LC Berlin-Wannsee) gegen die junge Celina Rosa Sattelkau (GC St. Leon-Rot), die eine geradezu fantastische Saison spielt. Kienbaum verpasst hier, das letzte Loch für sich zu entscheiden und ihre Partie zu halbieren. Der Punkt geht stattdessen mit 2auf an St. Leon-Rot und es steht 4,5:4,5. Damit ist klar, dass es zwischen den beiden Mannschaften ein Stechen geben wird. Nach kurzer Pause treten die Spielerinnen an. Aus jedem Kader werden drei Damen nominiert. Jede von ihnen muss auch schon in den Einzeln gespielt haben. Die drei Matches werden an Bahn 10 ausgetragen. Die Bahn wird solange immer wieder gespielt, bis ein Team zwei der drei Matches für sich entscheiden konnte.

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  • Alexandra Försterling (G&LC Berlin-Wannsee) gewann ihre Einzelpartie gegen... (Foto: DGV/Tiess)
  • ...Laura Kowohl mit 3&2. (Foto: DGV/Tiess)
  • Zita Arndt (G&LC Berlin-Wannsee) war am Nachmittag gegen... (Foto: DGV/Tiess)
  • ...Tour-Proette Sophia Popov unterwegs. Dabei machte Popov kurzen Prozess und holte sich ihren Punkt mit 6&5. (Foto: DGV/Tiess)
  • Lydia Volkmer (G&LC Berlin-Wannsee) teilte sich ihre Einzelpartie gegen... (Foto: DGV/Tiess)
  • ...Leonie Harm (GC St. Leon-Rot). (Foto: DGV/Tiess)
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Bahn 10 - bis der Arzt kommt

Das erste Match wird zwischen Leonie Harm (GC St. Leon-Rot) und Anastasia Mickan (G&LC Berlin-Wannsee) gespielt. Nachdem Mickans Ball das Grün überrollt, kann sie das Par am Ende noch mit zwei starken Putts retten - und die Partie geht in die zweite Runde. Unmittelbar nach ihnen folgt das zweite Match. Hier spielen Celina Sattelkau (GC St. Leon-Rot) und Alexandra Försterling (G&LC Berlin-Wannsee) gegeneinander. Försterlings Drive bleibt im rechten Semi-Rough hängen. Der von dort gespielte Schlag ins Grün bleibt kurz. Den nun anstehenden langen Putt hingegen spielt die junge Berlinerin präzise und lässt sich lediglich einen Putt von weniger als einem Meter Länge. Sattelkau hat das Loch ihrerseits überspielt und muss nun bergab putten. Das tut sie - und zwar grandios. Der kurze noch stehende Par-Putt ist geschenkt. Bleibt also noch Försterling mit dem kurzen Putt zum Par. Und den schiebt sie - ganz untypisch - am Loch vorbei. Erster Punkt für SLR.

Auf dem Fairway wartete da schon das dritte Match zwischen Sophia Popov (GC St. Leon-Rot) und Tina Fischoeder (G&LC Berlin-Wannsee). Fischoeder schlägt zuerst ins Grün und kratzt für einen kurzen Moment am Eagle, als ihr Ball gegen die Stange der Lochfahne prallt. Am Ende sollte sie aber doch noch einen langen Putt vor sich haben und die beiden teilten das Loch.

Und dann war es wieder an Leonie Harm und Anastasia Mickan. Beide haben ihr Drives in das rechte Hard Rough gesetzt. Mickans Annäherung blieb im Rough hinter dem Grün liegen. Harms Ball landete platziert auf dem Grün. Mickans zweiter Versuch, den Ball an den Flaggenstock zu bringen, ließ den Ball auf dem stark ondulierten Grün weit über die Fahne hinaus laufen. Ihr darauf folgender langer Par-Putt war gut, aber er fiel nicht. Der relativ kurze Par-Putt von Harm hingegen fiel. Und der zweite Punkte für St. Leon-Rot war sicher. Nur knapp konnten sich die Titelverteidigerinnen aus St.Leon-Rot gegen die stark spielenden Berlinerinnen durchsetzen. Am Ende aber steht der Sieg. Und das ist alles, was zählt.

Glückliche St. Leon-Roter

Pascal Proske, Trainer des GC St. Leon-Rot, zieht ein Fazit: „Das war ein super spannendes, aber auch super anstrengendes Match gegen Berlin - auf ganz ganz hohem Niveau. Da haben die Mädels definitiv einige Schweißtropfen gelassen. Wir sind froh, in den Einzeln noch ins Stechen eingezogen zu sein und haben da dann auch eine gute Aufstellung gefunden, sodass die Mädels mit Zuversicht in das Stechen gegangen sind. Wir sind super erleichtert über den Finaleinzug und freuen uns sehr auf die Partie gegen Hamburg. Das wird ein cooles Match und definitiv ein schöner Tag!“

Und auch die junge Celina Sattelkau, die heute ihren Vierer, ihr Einzel und das Stechen gewann, hat eine klare Einschätzung: „Da ich die letzten drei Löcher meines Einzelmatches gewonnen habe, fühlte ich mich sehr sicher und wusste, dass ich meine Bälle treffe und gut putte. Dass ich aufgestellt wurde, hat mich sehr stolz gemacht. Ich wollte unbedingt den Punkt holen und ins Finale. Im Stechen selbst habe mich sehr gut gefühlt und hatte auch Vertrauen dass alles gut laufen würde. Den ersten Punkt zu holen, war dann natürlich eine super Ehre. Das macht mich sehr stolz und glücklich. Ich denke, dass das morgen ein super Match mit Hamburg wird! Natürlich wollen wir alle den Sieg, vor allem wollen wir unseren Titel verteidigen. Aber am Ende wird der Bessere gewinnen.“

Am morgigen zweiten Tag des Final Four beginnt sowohl das große Finale zwischen dem GC St. Leon-Rot und dem Hamburger GC als auch das kleine Finale zwischen dem Münchener GC und dem G&LC Berlin-Wannsee um 07:30 Uhr. Das große Finale startet an Abschlag 1. Das kleine Finale geht ab Bahn 10 auf die Runde.

Zu den Final Four Ergebnissen

  • Einschwören für das Halbfinale: Das Team des Münchener GC im Huddle. Und dazu kommt... (Foto: DGV/Tiess)
  • ...die entsprechende Bemalung. (Foto: DGV/Tiess)
  • Dann geht es auch schon los. Anni Eisenhut spielt den ersten Ball der Münchenerinnen. (Foto: DGV/Tiess)
  • Hendrika Labsch (Hamburger GC) wird währenddessen noch zum Foto gebeten. (Foto: DGV/Tiess)
  • Katinka Mühldorfer (Münchener GC) ebenfalls. Und gleich danach geht es für sie dann... (Foto: DGV/Tiess)
  • ...auch schon los. (Foto: DGV/Tiess)
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