Hubbelrath und Hamburg im Finale

Final Four

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von Stefan Bluemer

Der GC Hubbelrath schafft es beim fünften Final Four zum vierten Mal ins Finale. Gegner ist wie schon 2015 der Hamburger GC. Der Vormittag des Halbfinaltags beim Final Four der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi fühlt sich an wie der erste Herbsttag des Jahres. In Köln fegt ein heftiger Wind über die Anlage und wirbelt manchen Plan bei den Schlägen der Athleten kräftig durcheinander.

 

Köln – Nicht nur die Pläne für einzelne Schläge wurden zur Makulatur. Auch Wünsche und Ziele nahm der Wind von Athleten und ganzen Teams gleich mit. So war nach den Vierern im Halbfinale zwischen Hamburg und Mannheim schon eine Vorentscheidung gefallen. Falkenstein hatte alle vier Vierer für sich entschieden. In den Einzeln wehrte sich der Süd-Spitzenreiter zwar tapfer, aber es reichte nicht dafür, das Blatt zu wenden. Mit 8,5:3,5 fiel der Sieg der Nordlichter deutlich aus.

Entsprechend bedient war Ted Long auch schon im Laufe des Tages. Die Coach des GC Mannheim-Viernheim hatte nach eigener Wahrnehmung den ersten Lochgewinn seiner Jungs erst um 15.53 Uhr selber gesehen. Bis dahin war ihm aber aufgefallen, dass seine Spieler viel zu sehr damit beschäftigt waren, Fehler zu vermeiden. Dies nahm auch den erfahrenen Spielern die nötige Lockerheit. In den Einzeln lief es am Nachmittag dann zwar etwas besser, aber das Blatt wenden konnte Viernheim nicht mehr. Hurly Long gewann mit 2&1 gegen Gregory Wiggins, Yannik Paul und Marc Hammer gewannen ihre Matches mit 4&3 gegen Yannik Emmert und Lukas Kahl. Max Oelfke lag gegen Niklas Adank nach vier Bahnen schon 3down, stabilisierte sich dann aber und fightete um jeden Schlag. Dadurch kam der IAM-Champion wieder zurück, verkürzte und glich auf dem 17. Loch sogar wieder aus. Nach großem Kampf teilten die beiden ihr Match.

Für Falkenstein holten Sebastian Sliwka (4&2 gegen Gunar Petersen), Carl Anton Kolloß (3&2 gegen Friedrich van der Hamm) und Brian Schnoor (5&3 gegen Constantin Meier die fehlenden Punkte für den Sieg. Das Match von Michael Thannhäuser gegen Philipp Matlari wurde als geteilt gewertet, nachdem am Sieg der Hanseaten nicht mehr zu rütteln war.

„Wir sind super happy. Das war ein deutlicher Sieg, deutlicher als erwartet. Für uns war der Sieg insgesamt nicht so überraschend, weil wir schon in den beiden letzten Jahren gegen Mannheim gewonnen hatten. Aber Mannheim hat ein starkes Team und von daher freuen wir uns sehr über den Sieg. Wir haben super Vierer gespielt, aber auch nachher im Einzel nachgelegt. Jetzt freuen wir uns natürlich auf das Finale gegen Hubbelrath, also wieder mal ein reines Nordfinale. Das sagt vielleicht auch etwas über die beiden Staffeln der 1. Bundesliga. Wir haben gegen Hubbelrath noch etwas aufzuholen. Das Finale von 2015 ist noch nicht vergessen. Wir freuen uns auf ein enges Spiel und es sind immer super Matches mit Hubbelrath“, war HGC-Kapitän Christian Niemietz rundum glücklich mit dem Verlauf des Tages. 2015 hatte Hubbelrath im Stechen gegen Hamburg gewonnen. In Lich hatte da auch das legendäre Einzel zwischen Max Kieffer und Michael Thannhäuser stattgefunden, bei dem am Ende Kieffer mit zehn unter Par gegen neun unter Par gewinnen konnte. Vielleicht bekommen die Zuschauer am Finalsonntag in Köln ja auch wieder einen solchen sportlichen Leckerbissen geboten.

Ted Long war am Abend sichtlich vom Hamburger GC beeindruckt. „Hut ab vor dem Hamburger Team. Die kommen jedes Jahr motiviert und engagiert zum Final Four. Das ist eine der stärksten Mannschaften, die ich je gesehen habe. Ich spreche dabei nicht von der Spielstärke. Deren Zusammenhalt ist riesig und ich finde die Mannschaft sehr nett – außerhalb des Golfplatzes natürlich“, gab der Mannheimer Coach augenzwinkernd dazu. „Wir haben nicht genügend Vierer, die lange genug miteinander gespielt haben, um in Drucksituationen flüssig zu gehen. Man merkt, dass die Jungs plötzlich versuchen anders zu spielen, als gewohnt. Wenn man gegen Par und den Platz spielt, ist man nicht vom Gegner abgelenkt. Aber wenn man gegen einen Gegner spielt, hat man die Rechnung direkt vor Augen. Und die konnten wir heute nicht bezahlen“, so Long, der anschließend noch etwas frei die Dire Straits zitierte: „One day you're the bug, the next day you're the windshield.“

Nach einem deutlichen Sieg sah es im anderen Halbfinale am Mittag noch gar nicht aus. Stuttgart hatte sich sehr gut gegen den amtierenden Meister geschlagen und zwei Vierer gewonnen. Mit 2:2 ging es in die Einzel. Hier half es sicher, dass Max Kieffer rechtzeitig angekommen war und dem Team so viel Sicherheit geben konnte. Mit 7,5:4,5 setzte sich der leicht favorisierte Club aus Düsseldorf durch.

Roland Becker, der Meistertrainer des GC Hubbelrath, strahlte am Abend wie immer noch solchen Erfolgen über das ganze Gesicht. „Heute morgen sah es ja erst nicht so gut aus. Phasenweise lagen wir 1:3 zurück. Dass das eine Match dann doch noch für uns gelaufen ist, machte die Situation natürlich wesentlich besser. Als als Max Kieffer dann am Nachmittag zur Verfügung stand und sofort von Beginn an viele Löcher gewonnen hat, hatte ich früh das Gefühl, dass es schon passen würde. In der Mittagspause habe ich allen nur noch mal auf die Schulter geklopft. Ich war einfach optimistisch. Und jetzt haben wir das Nordduell“, sah man Becker an, wie er sich auf diesen Finalsonntag freut.

Max Kieffer, der nach sieben Stunden Autofahrt seinen Frust über das unglückliche Aus bei der Paul Lawrie Match Play in Bad Griesbach mit großartigem Golf wegfegte, war ebenfalls sehr froh, dass seine Mannschaft gewonnen hatte: „Wir freuen uns, dass wir im Finale sind. Ich habe gestern ziemlich bitter mein Match in Bad Griesbach verloren und war auch ziemlich down, aber es kamen viele Nachrichten vom Team und da konnte ich ja gar nicht anders, als hierher zu kommen. Ich habe heute gegen Max Herrmann, einen sehr guten Spieler gespielt. Ich wusste, dass ich da mein bestes Golf spielen muss, was nach der langen Autofahrt auch gar nicht einfach war. Aber ich stand auch ein bisschen unter Adrenalin und das hat mich durch den Tag gerettet. Hier zu spielen ist eine schöne Abwechslung. Das ist die beste Frustbewältigung. Jetzt freue ich mich auf mein Bett und morgen sind dann sicher alle frisch. Roland Becker wird sicher einen guten Matchplay entwerfen und wir werden mit großem Teamgeist rausgehen, um den Pott wieder mit nach Hubbelrath zu nehmen.“

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  • Auf der Range war am Morgen Hochbetrieb  (Foto: DGV/stebl)
  • Frederik Strünker hatte die Ehre für Meister Hubbelrath dieses Final Four zu eröffnen  (Foto: DGV/stebl)
  • Severin Soller ging bei Solitude auf Tee 1 ins Rennen  (Foto: DGV/stebl)
  • Tim Bombosch spielte in seinem Vierer gemeinsam mit...  (Foto: DGV/stebl)
  • ... Max Mehles  (Foto: DGV/stebl)
  • Coach Roland Becker wünschte seinen Schützlingen alles Gute und...  (Foto: DGV/stebl)
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Der Stuttgarter GC Solitude nahm die Niederlage gegen Hubbelrath mit sportlicher Größe an. Trotz der Schlappe überwog weiterhin die Freude, sich zum ersten Mal für das Final Four qualifiziert zu haben. Peter Wolfenstetter, der Coach der Solituder, war natürlich trotzdem nicht ganz zufrieden: „Wir sind froh, überhaupt hier zu sein und treffen dann sofort auf die Hubbelrather, die zuletzt zweimal in Folge Meister waren. Roland Becker hat eine Wahnsinnstruppe mit einem Haufen Erfahrung. Ich komme mit vielen jungen Spielern her und wir waren noch nie da. Ich bin natürlich nicht zufrieden, denn ich verliere nicht besonders gerne. Aber Glückwunsch an Roland und seine Truppe. Das hat Hubbelrath toll gemacht. Nachdem Kiwi in Bad Griesbach verloren hatte, war uns klar, dass er kommen wird. Das ist ein toller Golfspieler und er macht das super. Aber im Spiel der Mannschaften ist das auch nur ein Punkt. Wir haben versucht, dagegen zu halten und meine Jungs haben das großartig gemacht, nach hinten heraus da noch so gegen zu halten.“

Noch auf dem Platz versammelte Wolfenstetter sein Team in einem großen Kreis und schwor die Athleten auf den morgigen Tag ein: „Für morgen haben wir uns jetzt schon noch etwas vorgenommen und versuchen halt, zumindest mit einer Medaille nach Hause zu fahren.“

Vierer

Der erste Vierer, der beendet war, ließ Meister Hubbelrath mit 1:0 in Führung gehen. Max Mehles und Tim Bombosch dominierten ihr Match gegen die Stuttgarter Julian Schinnenburg und Michael Pfeifer klar. Mit 6&5 war das Ergebnis deutlich.

Ebenfalls frühzeitig beendet waren im anderen Halbfinale zwei Matches, die der Hamburger GC jeweils auf dem 15. Grün für sich entschied. Sebastian Sliwka und Gregory Wiggins holte mit 5&3 gegen die Mannheimer Philipp Matlari und Jan Schneider einen Punkt, während Niklas Adank und Yannik Emmert in einem grandiosen Match gegen die Viernheimer Max Oelfke und Hurly Long unerwartet glatt mit 4&3 siegten. Immerhin hatten die Nordlichter damit die beiden letzten Sieger der Internationalen Amateurmeisterschaften von Deutschland bezwungen.

 

Bildergalerie I

Bildergalerie II

 

Da auch Michael Thannhäuser und Carl Anton Kolloß eine Klasseleistung abriefen, holten sie für Falkenstein mit einem 3&1 gegen Yannik Paul und Marc Hammer schon den dritten Punkt für Hamburg.

Lukas Kahl und Brian Schnoor gingen dormi auf das 17.Tee. Gegen Gunar Petersen und Marcel Lamade hatten die Hamburger das Match gedreht, nachdem die Viernheimer auf der Frontnine zwischenzeitlich mit 2auf in Front gelegen hatten. Mit 2auf holten Kahl/Schnoor den vierten Punkt für Falkenstein. Mit 4:0 geht es also in diesem Halbfinale in die Einzel.

Im anderen Halbfinale stand es nach den Vierer schiedlich friedlich 2:2. Julian Baumeister und Luis Obiols steuerten mit einem 2&1-Sieg über Max Holzwarth und Jonas Kugel den zweiten Punkt für den Titelverteidiger bei. Der Final-Four-Neuling schlug sich gegen den Titelverteidiger am Morgen aber mehr als achtbar und sicherte sich vor den Einzeln eine gute Ausgangslage, weil Liga-Ranglisten-Sieger Severin Soller gemeinsam mit Nick Mattner gegen das in dieser Saison oft stark auftrumpfende Duo Kenji Nakajima/Frederick Strünker mit 1auf auf dem 18. Grün triumphieren konnte, nachdem die Schwaben meist knapp in Front gelegen hatten.

Den zweiten Stuttgarter Punkt holten die Herrmann-Twins. Max und Alexander waren für Ferdinand Weber und Niklas Jacobi eine hohe Hürde. Folgerichtig führten die Bayern im Schwabendress auch fast immer, bauten ab Bahn 6 die Führung sukzessive aus und gewannen letztlich mit 4&2.

Am Finaltag geht es bei den Herren wieder ab 8.03 Uhr auf der Anlage des Kölner GC rund. Von Tee 1 starten die Finalisten in ihre Vierer, von Tee 10 gehen Mannheim und Stuttgart in ihr Duell um die Bronzemedaille. Die Einzel sind ab 13.51 Uhr eingeplant. Das letzte Match wird gegen 15.08 Uhr starten, so dass bis in den Abend Spannung und Hochbetrieb für die Zuschauer sichergestellt sind.

  • Philipp Matlari spielte für Mannheim-Viernheim gemeinsam mit...  (Foto: DGV/stebl)
  • ... Jan Schneider. Die beiden unterlagen den Hamburger Konkurrenten frühzeitig  (Foto: DGV/stebl)
  • Max Oelfke nahm die Vorlage von Hurly Long auf und hatte keinen leichten Schlag  (Foto: DGV/stebl)
  • Der Kunstschlag flog gegen einen Werbereiter und sprang von dort dicht an die Fahne  (Foto: DGV/stebl)
  • Hurly Long freut sich mit Max Oelfke über diesen Schlag  (Foto: DGV/stebl)
  • Yannik Emmert harmonierte mit ...  (Foto: DGV/stebl)
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