Hubbelrath holt den Titel

Final Four

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von Stefan Bluemer

Die Saison 2017 der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi ist Geschichte. In einem famosen Finale setzt sich der GC Hubbelrath gegen den Hamburger GC nach einem spannenden Kampf auf Augenhöhe mit 6,5:5,5 durch. Die Bronzemedaille sichert sich der GC Mannheim-Viernheim im Stechen gegen den Stuttgarter GC Solitude.

 

Köln – In einem packenden Finale hat sich der GC Hubbelrath im fünften Final Four den vierten Titel gesichert, davon nun drei in Serie. Der Jubel der Düsseldorfer war riesig, die Enttäuschung beim Hamburger GC im ersten Moment groß, wobei die Hanseaten nach einem 1:3-Rückstand aus den Vierern am Nachmittag in den Einzeln einen famosen Kampf boten und die meisten Matches lange ganz eng waren, so dass dieses Finale auch gut andersherum hätte ausgehen können.

Meister Hubbelrath vor dem Audi, den das Team wieder ein ganzes Jahr nutzen darf (Foto: DGV)

Der Meister und sein Auto für die kommende Saison: Der GC Hubbelrath (Foto: DGV)

Am Morgen sah es zwischenzeitlich sogar danach aus, dass Hubbelrath alle Punkte aus den Vierern einsammelt. So führten Kenji Nakajima mit Frederik Strünker nach vier Bahnen schon mit 3auf und führten bis zum 18. Grün ständig. Erst mit dem letzten Putt glichen Yannik Emmert und Niklas Adank noch aus. Emmert machte sich direkt auf den Weg zur Driving Range, um eine Kleinigkeit zu verändern – was sich am Nachmittag sofort auszahlte, als er sein Einzel gegen Frederik Strünker dominierte, nach zehn Bahnen schon mit 6auf führte und mit 4&3 früh einen Punkt für Hamburg sicherstellte und damit großen Anteil daran hatte, dass es vor Spannung knisterte.

Ferdinand Weber und Niklas Jacobi harmonierten im zweiten Vierer prächtig und da die Hanseaten einige Male mit ihren Schlägen haderten, war früh eine Vorentscheidung gefallen, als nach sechs in Folge gewonnenen Bahnen schon vor dem Wechsel auf die Backnine im Livescoring eine 6auf-Führung angezeigt wurde. Mit 5&4 gewann Hubbelrath diesen Punkt.

Max Mehles und Tim Bombosch sind als Duo kaum zu schlagen. Diese Erfahrung mussten Lukas Kahl und Brian Schnoor machen, die keineswegs schlecht spielten, aber dennoch nie in Führung gehen konnte. Immerhin blieb das Ergebnis mit 3&1 freundlich.

Bilder des Tages, Galerie I

Bilder des Tages, Galerie II

Im letzten Vierer gab es ein Wiedersehen zwischen Max Kieffer und Michael Thannhäuser, die sich vor zwei Jahren im Finale von Lich ein unvergessenes Match geliefert hatten. 2017 fand dieses Duell im Vierer statt. Kieffer war mit Julian Baumeister unterwegs, während für die Falkensteiner noch Carl Anton Kolloß ins Rennen ging.

Wieder war es ein sehenswertes Match, auch wenn die Scores nicht ganz so tief gingen. Aber wieder war es ungemein spannend und die Führung wechselte, wobei die Nordlichter länger in Front lagen. Am Ende teilte sich Hubbelrath mit Hamburg Match und Punkt, so dass die 3:1-Führung für den Titelverteidiger fest stand.

Schon am Vormittag, noch mehr aber am Nachmittag nutzten die Athleten die Chancen, die sich auf dem sehr abwechslungsreichen Platz des Kölner GC bieten. Reihenweise wurden Löcher mit Birdie gegen Birdie geteilt oder auch mal Birdie gegen Eagle verloren. Den vielen Zuschauern, die in den Kölner Westen gekommen waren, wurden eine Menge grandioser Schläge geboten, bis hin zu einigen realistischen Chancen, auf Par-4-Bahnen ein Ass zu erzielen. Es war wirklich spektakulär anzusehen, was die Spieler auf den Platz brachten. Und so wird trotz sehr frischer Temperaturen und teils unangenehmen Winds keiner der insgesamt mehr als 5.300 Zuschauer bedauern, auf die besondere Anlage des Kölner GC raus gekommen zu sein.

Der Verlauf der meisten Einzel war dazu angetan, den Pulsschlag der Trainer zu erhöhen. Es war in fast allen Matches eng, auch wenn in der Addition Hubbelrath lange deutlich vorne lag. Zwischenzeitlich sah es dann aber tatsächlich so aus, als wenn Hamburg das Blatt noch würde wenden können – wenn alles optimal aus norddeutscher Sicht zu Ende liefe. Aber so war es letztlich doch nicht und der GC Hubbelrath hat erneut unter Beweis gestellt, wie gut das Team sich auf den Punkt motivieren kann und in dem Modus Mann gegen Mann jederzeit brandgefährlich ist.

Final-Resultat im Detail

Roland Becker, Meistertrainer des GC Hubbelrath hat immer betont, wie sehr er seine Schützlinge zur Eigenständigkeit „erzieht“ und deshalb jeder Athlet für sich immer die volle Verantwortung trägt. Dieses Vertrauen in seine Spieler zahlen die Aktiven in Form von guten Ergebnissen als Dividende zurück. Ein sichtlich geschaffter Coach war sehr erleichtert, als der entscheidende Putt von Luis Obiols gefallen war: „Das war ein langer und anstrengender Nachmittag. Erst sah es deutlich aus, aber dann wurde es immer enger und enger. Dass es jetzt am Ende gereicht hat, ist einfach nur schön. Ich habe ein tolles Team. Lochspiel liegt uns besonders. Ich hatte die ganze Saison schon den Eindruck, dass die Ergebnisse der Spieltage nicht so viel aussagen. Wir hatten im Finale wieder ein Nordduell, obwohl in der Südstaffel die Ergebnisse viel besser waren.“

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  • HGC-Kapitän Christian Niemietz schaut an Tee 1 gelassen  (Foto: DGV/stebl)
  • Da sieht man die Vorfreude: Hubbelrath-Coach Roland Becker und Ferdinand Weber  (Foto: DGV/stebl)
  • Ab geht es für "Ferdi"  (Foto: DGV/stebl)
  • Teeshot 1 für Gregory Wiggins  (Foto: DGV/stebl)
  • Am Morgen des Finaltags ist der Wind nicht so heftig wie noch am Vortag (Foto: DGV/stebl)
  • Bester Dinge: Marc-Christopher Siebiera, der Kapitän des GC Hubbelrath  (Foto: DGV/stebl)
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Max Kieffer hatte gewiss auch seinen Anteil daran, dass die Hubbelrather mit breiter Brust auftreten konnten. Im Vierer hatte es nicht zum Sieg für den Profi von der European Tour gereicht, aber im Einzel gegen Gregory Wiggins zeigte Kieffer wieder seine ganze Klasse und zauberte Bälle an den Stock, dass den Zuschauern, die in Massen dem Star hautnah folgten, mitunter der Atem stockte. Kieffer hatte sichtlich Spaß im Team: „Es ist super cool, mit den Jungs hier wieder gewonnen zu haben. So nah an unserem Heimatclub und das dritte Mal in Folge – das ist schon etwas ganz Besonderes. Die Zuschauer haben mich gar nicht gestört. Ich bin so konzentriert und ohnehin nicht so anfällig für Störungen. Gut, dass es kein Stechen gab, denn ich wäre jetzt zu müde, um auch noch stechen zu können.“

Für Gregory Wiggins, der nicht erwartet hatte, auf Max Kieffer zu treffen, war die Situation dann doch eher ungewohnt: „Das war schwierig und ich bin schwer reingekommen ins Match. Ich war ein bisschen verunsichert und habe auf den ersten Neun nicht gut gespielt. Max Kieffer hat sehr konstant gespielt, jeden Ball vom Tee auf die Bahn gebracht und daher konnte ich ihn auch nie unter Druck setzen. Die wenigen Fehler, die er doch gemacht hat, konnte ich leider nicht nutzen.“

Christian Niemietz, der Kapitän des Hamburger GC, war am Nachmittag ständig unterwegs und ging weite Wege, um seine Jungs zu unterstützen. Dass es wieder so spannend zwischen Hubbelrath und Falkenstein geworden war, erklärte Niemietz damit, dass die Mannschaften so ausgeglichen sind. Wir sind ein großartiges Team und kämpfen bis zum Schluss. Wir sind nach dem 1:3 wieder zurück gekommen und es gab am Nachmittag sechs enge Matches, die wir fast alle für uns entschieden haben. Somit hätte es fast gereicht. Aber fast ist eben nur fast. Die Hubbelrather waren heute besser. Glückwunsch zum dritten Titel in Folge!“

Kleines Finale

Im „Kleinen Finale“ setzte sich der GC Mannheim-Viernheim erst im Stechen gegen den Final-Four-Neuling Stuttgart durch. Die Viernheimer konnten ihren kleinen Vorteil aus den Vierern, nach denen es 2,5:1,5 stand, nicht ins Ziel retten und so musste das Stechen entscheiden. Hier holte Max Oelfke im zweiten Durchgang den entscheidenden Punkt gegen Max Herrmann, als dieser auf Bahn 9 seinen Abschlag ins Wasserhindernis schlug. Zuvor hatte Alexander Herrmann seine erste Bahn gegen Yannik Paul gewonnen und Hurly Long den Ausgleich erzielt, als er Max Walz das erste Extraloch abnahm.

Ted Long kommentierte das Steches der beiden Teams: „Beeindruckend war, wie die Spieler gleich wieder fokussiert waren, als sie nach teils mehr als zwei Stunden Pause ohne zwischendurch einen Ball geschlagen zu haben wieder auf das 9. Tee mussten. Die Stimmung zwischen Solitude und uns war die ganze Zeit wirklich hervorragende. Es ist wirklich schade, dass nicht beide Dritte werden konnten. Eines kann ich sagen: nachdem wir letztes Jahr Vierter waren, bin ich froh, in diesem Jahr Dritter zu sein. Max Oelfke hat seine Klasse gezeigt, als er den entscheidenden Punkt geholt hat.“

Peter Wolfenstetter, Trainer des Stuttgarter Solitude kommentierte das Endergebnis sachlich, aber auch kämpferisch: „Vierter zu werden, ist kein schönes Gefühl. Wir sind dabei gewesen und werden mit Sicherheit nächstes Jahr stärker zurückkehren. Das war eine tolle Veranstaltung, alles war toll organisiert. Wir freuen uns auf das nächste Jahr!“

Einer der maßgeblichen Urväter der KRAMSKI Deutsche Golf Liga presented by Audi hatte drei Tage im Kölner GC verbracht, viele Menschen getroffen, zahlreiche Gespräche geführt und sich von der Atmosphäre begeistern lassen. Marcus Neumann analysierte den Status Quo: „Es war ein besonderes Final Four. Beim fünften Mal ist vieles in Durchführung und Vorbereitung schon geübt. Dennoch was das etwas ganz besonderes, hier nach Köln zu kommen, weil das Setting der Anlage ein anderes ist. Das ist sehr gut angekommen und von den Zuschauern sehr gut angenommen worden, wie die hohen Zuschauerzahlen zeigen. Wir haben uns insgesamt mit dem Final Four wieder steigern können. Es war auch etwas besonderes, die German Longdrive Championship im Rahmenprogramm zu haben. Das war vielleicht das I-Tüpfelchen auf diesem Final Four hinsichtlich der Zuschauerzahlen. Das schreit nach Wiederholung. Das wichtigste war aber natürlich der Sport und damit der dritte Titel in Folge für den GC Hubbelrath mit seinem phantastischen Coach Roland Becker. Das ist eine Erfolgsstory, auch in der Konstanz. Bei den Damen sagt mal vielleicht vorschnell, dass es wieder St. Leon-Rot geworden ist, aber Seriensiege sind auch bei den Damen nicht selbstverständlich. Alle Mannschaften haben hier auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Der Platz hat ein sehr interessantes Layout und ist spektakulär für die Zuschauer. Das Ambiente stimmte bei diesem hochprofessionellen Gastgeber. Am Ende sagt uns das, dass wir auf einem sehr guten Wege sind, mit solchen Veranstaltungen den deutschen Golfsport voran zu bringen. Über alle Ligen hinweg ist die Meisterschaft ein prägendes Ereignis für den Golfsport.“

Im Rahmen der Siegerehrung bedankte sich DGV-Präsident Claus M. Kobold sehr herzlich beim gastgebenden Kölner GC und deutete großes Interesse an, auch im kommenden Jahr das Finalturnier der DGL wieder im Kölner GC austragen zu können.

 

  • Philipp Matlari gewann gemeinsam mit...  (Foto: DGV/stebl)
  • ... Jan Schneider seinen Vierer 2&1 gegen...  (Foto: DGV/stebl)
  • ... Jonas Kugel, der mit Max Holzwarth spielte  (Foto: DGV/stebl)
  • Marcel Lamade hatte seinen Schlag verzogen  (Foto: DGV/stebl)
  • Yannik Paul und Hurly Long versuchen gleichzeitig, ein Gefühl für die Puttlänge zu bekommen  (Foto: DGV/stebl)
  • Friedrich van der Hamm kam in Schieflage  (Foto: DGV/stebl)
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