Stuttgart macht das Mannheim-Triple

1. Bundesliga Süd - Herren

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Thomas Kirmaier

Zweiter Spieltag, zweiter Saisonsieg für die Herren aus dem Stuttgarter GC Solitude: Die Schwaben holen mit gesamt -23 die nächsten fünf Punkte vor Meister und Gastgeber Mannheim-Viernheim (-16) und dem GC St. Leon-Rot (-13). Damit schafft Stuttgart sogar das Triple.

Mannheim-Viernheim - Es gibt so Ereignisse im Leben, die kommen immer wieder. Auf die kann man sich einfach verlassen. Spieltag in der Deutschen Golf Liga presented by Audi in Mannheim 2017 – Stuttgart siegt. Spieltag in Mannheim 2018 – Stuttgart gewinnt erneut. Runde zwei in der DGL 2019 – die Herren aus dem Stuttgarter GC Solitude triumphieren schon wieder. Insofern kann man vom Triple sprechen, das die Schwaben da unter Mannheims Sonne feiern durften.

Nur diesmal hat der Auswärtssieg vielleicht eine andere, noch höhere Qualität. Stuttgart hatte ja schon Spieltag eins in St. Leon-Rot für sich entschieden und somit aktuell die Maximalpunktzahl von zehn Zählern auf dem Konto. Die Konkurrenz hat zu knabbern, zumal Solitude am letzten Spieltag auch noch Heimrecht hat. Spieltag zwei bei Meister Mannheim-Viernheim war zudem kein knapper, sondern ein ziemlich souveräner Triumph. Mit gesamt -23 setzten sich die Stuttgarter mit einem Vorsprung von sieben Schlägen vor Gastgeber Mannheim-Viernheim (-16) und mit zehn Schlägen vor Team St. Leon-Rot durch. „Wir sind als Tabellenführer gekommen und wollen als Tabellenführer wieder gehen“, hatte Solitude-Coach Peter Wolfenstetter im Vorfeld gesagt. Mission erfüllt. Wobei es im Verlauf des Sonntages, an dem sich der Gastgeber einmal mehr mit einem top gepflegten Platz und unter strahlendem Sonnenschein präsentierte, nicht immer klar war, dass Stuttgart die Führung vom Vortag würde halten können.

Schon rein optisch hatte Team St. Leon-Rot am frühen Sonntagmorgen zum Angriff geblasen. Die Akteure von Trainer Marco Schmuck waren im Tiger-Look ans Tee gegangen: rote Polos, schwarze Hosen. „Klar, wir wollen attackieren und den Abstand nicht zu groß werden lassen“, erklärte Schmuck die Marschroute. Das hat auch gut funktioniert. Nach nur einer Stunde war der Stuttgarter Vorsprung schon wieder dahin. Warum? Weil Philipp Katich für St. Leon-Rot fleißig Birdies einsammelte und parallel Stuttgarts Frühaufsteher Severin Soller prompt ein paar Schlagverluste kassierte. Ein Krimi bahnte sich an – plötzlich lagen Stuttgart, Mannheim und St. Leon-Rot gleich auf.

Am Ende hatten die Schwaben aber doch wieder die Nase vorn – obwohl mit Jonas Kugel und Neuzugang Max O'Hagan gleich zwei starke Akteure fehlten. „Wir haben vor der Saison gesagt, dass wir unseren Kader gleichmäßiger besetzen und breiter aufgestellt sein wollen“, berichtete Solitude-Kapitän Ingmar Peitz. Die Breite war an diesem Spieltag allerdings ziemlich spitze, denn in den Einzeln glänzten gleich fünf Stuttgarter mit einem Ergebnis von drei, vier, fünf oder sechs unter Par. Bester Mann war Neuzugang Benedikt Thalmayr, der eine 66 (-6) unterschrieb. Diese ausgeglichene Mannschaftsleistung war von der Konkurrenz nicht zu toppen. Da hilft dann auch ein Ausreißer nichts. Mannheims Nico Lang schoss eine 65 (-7) und hatte damit neben St. Leon-Rots Philipp Katich den tiefsten Score des Wochenendes unterschrieben.

„Glückwunsch an Stuttgart, die haben wirklich eine sehr starke Mannschaft in diesem Jahr. Wir müssen uns vielleicht damit anfreunden, dass es zwischen uns und St. Leon-Rot um den zweiten Platz geht“, sagte Ted Long nach dem letzten Putt. Mannheims Meister-Trainer war alles andere als unzufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge. „Ich habe den Jungs gerade gesagt, dass wir Deutscher Meister sind, weil wir als Team zusammengehalten haben. Das haben wir heute auch wieder und uns Platz zwei geholt. Natürlich willst du immer gewinnen, aber wir sind dabei und abgerechnet wird sowieso am Schluss“, so Long. Weniger glücklich mit der Performance seiner Equipe war Marco Schmuck. St. Leon-Rots Trainer war im Finish mit Tour-Pro Allen John unterwegs. Aber auch der fand nicht richtig in die Spur und kam mit einer 70 ins Clubhaus. Zu wenig, zumal Stuttgart in der Breite auch an diesem Spieltag einfach zu stark war. Am Ende landete Team SLR mit drei Schlägen Rückstand auf Gastgeber Mannheim auf Rang drei.

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  • ... Die beiden Tour-Pros Allen John (l./Team SLR) und Hurly Long (r./Mannheim-Viernheim) waren gemeinsam auf die Runde gegangen. Foto: DGV/Kirmaier
  • Allen John holte sich immer wieder Ratschläge von seinem Coach Marco Schmuck. Foto: DGV/Kirmaier
  • Hurly Long ließ sich wie gewohnt von Papa und Trainer Ted Long beraten. Foto: DGV/Kirmaier
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So zeichnet sich bereits nach zwei Runden ab, dass es einen Dreikampf um die beiden Final-Four-Tickets geben wird. Stuttgart hat nach zwei Siegen bis dato die besten Karten, im August für Gut Kaden buchen zu dürfen. Zehn Punkte sind schon mal ein Statement. „Klar fühlt sich das jetzt erst einmal ziemlich gut für uns an. Es ist aber auch eine logische Folge aus der tollen Arbeit, die bei uns geleistet wird. Alle ziehen voll mit und trainieren gut. Das macht richtig Spaß mit meinen Jungs“, freute sich Stuttgarts Coach Wolfenstetter über die Erfolgswelle, auf der er mit seinem Team derzeit schwimmt. Bereits in vier Wochen gehe es aber weiter, wenn Aufsteiger Neuhof Gastgeber sein wird. „Dieser Platz ist alles andere als leicht, da kann alles passieren“, so der Solitude-Coach.

Für Liga-Neuling Neuhof wird das dann so etwas wie der entscheidende Spieltag, denn dann muss er seinen Heimvorteil nutzen und endlich mehr als nur einen Punkt holen. Die Hessen streiten sich mit dem GC Herzogenaurach um Platz vier, der letztendlich dann den Klassenerhalt bedeutet. In Mannheim schnupperten die Neuhofer zwar an zwei Punkten, Herzogenaurach war im Finish aber dann doch klar besser. Die Franken belegen mit gesamt acht über Par Rang vier, Neuhof kassierte ein Gesamtresultat von +22. „Das Problem war, dass wir in den Einzeln sehr früh zu viele Schlagverluste hinnehmen mussten. Das hat den Druck noch größer gemacht“, erklärte GCN-Kapitän Norman Schenk. Immerhin brachte der Aufsteiger mit Philipp-Noah Nazet (70/-2) und Jan-Phillip Heyen (71/-1) zwei Spieler unter Par ins Clubhaus. Es reichte nicht, Herzogenaurach war in Runde zwei ausgeglichener besetzt.

Ein Novum gab's aber doch in Runde zwei in Mannheim-Viernheim: Spielleiter Rolf Nagel hat alle Einzel am Sonntag mit lediglich zwei Spielern pro Gruppe besetzt. „Es hat alles reibungslos geklappt. Keine Probleme“, meldete Nagel. Und auch von Spielern und Betreuern gab es positive Resonanz. Am 22. Juli treffen sich die fünf Mannschaften der 1. Bundesliga Süd der Männer also im GC Neuhof. Wie wird das sein? Stuttgart wird als Spitzenreiter kommen und als solcher sicher wieder gehen wollen. Die Mannschaften aus Mannheim-Viernheim und St. Leon-Rot (beide jeweils sieben Punkte) werden zum Angriff auf die Schwaben blasen. Der Gastgeber wird seinen Heimvorteil nutzen und sich an die etablierten Franken aus Herzogenaurach heranpirschen wollen. Es ist dann eben doch alles wie immer. Es gibt so Dinge im Leben, auf die ist einfach Verlass.

  • Der Erste auf der Runde am Sonntagmorgen: Herzogenaurachs Euan McIntosh jonglierte mit dem Ball. Foto: DGV/Kirmaier
  • Augusta-Feeling in Viernheim: Die Anlage präsentierte sich auch am Sonntag in bestem Zustand. Foto: DGV/Kirmaier
  • Apropos Augusta: St. Leon-Rots Constantin Unger trägt die passende Kappe dazu. Foto: DGV/Kirmaier
  • Weitenmessung: Mannheims Maximilian Reiß will
  • Herrliche Auftaktbahn: Um 8:15 Uhr war die erste Gruppe ins Rennen gegangen. Foto: DGV/Kirmaier
  • Während die Spieler Birdies jagten, sammelte dieser Nager direkt an Tee eins Nüsse. Foto: DGV/Kirmaier
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