Falkenstein meldet sich zurück

1. Bundesliga Nord - Herren

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Stefan Bluemer

Rekordmeister Hamburger GC meldet sich mit einem eindrucksvollen Sieg in der Relegation zurück. Die Nordlichter bezwingen den GC Essen-Heidhausen.

Frankfurt - Die Herren des Hamburger GC haben -anders als die Fußballer des HSV- den „Betriebsunfall Abstieg“ aus der 1. Bundesliga repariert und sind 2020 in der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi wieder erstklassig.
In der Nordstaffel der 2. Bundesliga hatten die Falkensteiner mit drei Spieltagssiegen kämpfen müssen, um sich letztlich mit zwei Punkten Vorsprung auf den Berliner GC Stolper Heide für die Relegation zu qualifizieren.
Im alles entscheidenden Duell trafen die Hanseaten eine Woche nach dem Final Four auf den GC Essen-Heidhausen, der zum allerersten Mal an die Tür zum Oberhaus geklopft hat. Die Truppe aus der Ruhrmetropole hatte die Weststaffel der 2. Bundesliga mit vier Spieltagssiegen und satten sechs Punkten Vorsprung klar dominiert, war aber dennoch gegen die sehr erfahrene Truppe von der Elbe nur Außenseiter.

Klare Führung nach Einzeln

Das Duell wurde auf der ebenso traditionsreichen wie selektiven Anlage des Frankfurter GC ausgetragen. Die Hessen hatten den vierten Platz in der Abschlusstabelle der 1. Bundesliga belegt.
Die Relegation wird im Matchplay-Modus gespielt. Acht Einzel und anschließend vier Vierer bringen Klarheit, wer über den Aufstieg jubeln darf.
Im ersten Match setzte sich Richard Schumann mit 3&1 gegen Carl Anton Kolloß durch. Essens Coach Tim Müller schickte als zweiten Spieler Brandon Dietzel ins Feuer. Dietzel hat in diesem Jahr schon etliche Top-Ergebnisse auch international eingefahren, zog gegen den ebenfalls sehr ambitionierten Sebastian Sliwka aber mit 3&2 den Kürzeren. Sliwka war von Hamburgs Coach Matthias Boje bewusst gegen den starken Essener gestellt worden und der Spieler dankte dem Coach für dessen Vertrauen mit einer Top-Leistung.
Jugend-Nationalspieler Tiger Christensen, der mit dem Junior Team Germany in dieser Saison sowohl bei der Jungen-Team-EM eine Medaille holte, wie auch beim European Young Master den Titel gewann, lieferte sich mit Florian Benner ein ganz enges Match und fuhr letztlich auf dem 18. Grün mit 1auf einen sehr wichtigen Sieg für den HGC Falkenstein ein. Die Weichen wurden da schon gestellt, zumal die Teamkameraden einige klare Ergebnisse beisteuerten.
So lief es für Yannik Emmert mit 3&2 gegen Moritz Klawitter etwas deutlicher. Connor Engelmohr hatte es gegen Malte Alberts beim 5&4-Sieg noch eiliger. Den schon fünften Punkt für Falkenstein strich Lukas Kahl mit 6&5 glatt gegen Roland Liermann ein.
An einem echten Spitzenduell war mal wieder Routinier Michael Thannhäuser beteiligt, dessen Matchplay-Duell mit Max Kieffer beim Final Four in Lich unvergessen bleiben wird, als sich die beiden Kontrahenten ein wahres Birdiefeuerwerk um die Ohren hauten. Gegner in der Relegation war auf Seiten des GC Essen-Heidhausen Janes Lombardo. Die beiden schenkten sich nichts und so wurde dieses Duell geteilt.
Claas-Eric Borges, der auf dem Platz des Frankfurter GC mit dem Sieg bei der Deutschen Lochspielmeisterschaft vor einigen Jahren seinen wohl größten Triumph feiern konnte, gewann gegen den ehemaligen Nationalspieler Philipp Westermann. Dass dieser Sieg mit 7&6 überaus klar ausfiel, was zwar etwas überraschend, änderte aber auch nichts daran, dass die Hanseaten aus den Einzeln mit 5,5:2,5 einen großen Vorsprung holten und damit schon mehr als die halbe Miete eingefahren war. Aus den abschließenden vier Vierern brauchte Falkenstein nur noch einen Punkt, um die Rückkehr in die Beletage zu sichern, während Essen keinen einzigen Vierer verlieren durfte.

Vorzeitig beendet

Den ersten Vierer gewannen die nominell stärksten Essener. Richard Schumann und Brandon Dietzel setzten sich gegen Brian Schnoor und Sebastian Sliwka mit 2&1 durch.
Als die anderen Matches noch auf dem Weg waren, hatten sich Yannik Emmert und Tiger Christensen für Hamburg mit 3&2 gegen Roland Liermann und Malte Alberts durchgesetzt. Mit 6,5 Punkten auf der Habenseite war das Saisonziel der Hamburger erreicht und so spielten die beiden anderen Matches keine Rolle mehr.
In den Büchern taucht ein 2&1-Sieg für die Essener Moritz Klawitter und Florian Benner gegen Carl Anton Kolloß und Michael Thannhäuser auf, während das letzte Duell zwischen Philipp Westermann und Connor Engelmohr hüben sowie Class-Eric Borges und Janes Lombardo drüben als geteilt gewertet wurde.

Nordlicht-Jubel

Christian Niemietz, der Kapitän des HGC, war von seinem Team restlos begeistert: „Wir sind total glücklich, es war eine harte Saison und die haben wir heute gekrönt. Das war heute und das ganze Jahr über eine super Teamleistung. Ohne die geht es auch nicht. Wir mussten die beiden letzten Spieltage und heute das Play-Off gewinnen. Das Team hat dem Druck standgehalten. Wir haben in diesem Jahr viele junge Spieler integriert. Das lässt uns erwartungsvoll auf die kommende Erstligasaison blicken.“
Tim Müller als Coach des aufstrebenden Clubs aus dem Essener Süden war trotz des Endstands stolz auf sein Team: „Wir wussten, dass wir auf ein hochmotiviertes Hamburger Team treffen, das alles daran setzen würde, wieder erstklassig zu werden. Mit Respekt, aber furchtlos traten wir an und konnten den Hamburgern in Einzeln und Vieren viel Paroli bieten. Wir sind mit unserem Team auf dem richtigen Weg, in naher Zukunft erstklassig zu werden. Daran werden wir weiter hart arbeiten und gerade die letzten drei Jahre zeigen uns, dass wir jedes Jahr der 1. Bundesliga ein Stück näher kommen.“

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