Frankfurt holt zweiten Tagessieg

1. Bundesliga Nord - Herren

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Stefan Bluemer

Hochsommer und Herzschlagfinale in Frankfurt! Beim Heimspieltag des Frankfurter GC geht es heiß zur Sache. Am Ende triumphiert der Traditionsclub sowohl bei den Herren, wie auch bei den Damen mit Tagessiegen.

Frankfurt – Der zweite Spieltag der KRAMSKI Deutschen Golf Liga presented by Audi wurde in Frankfurt bei perfekten Bedingungen ausgetragen. Die Herren des gastgebenden Frankfurter GC gingen mit einer knappen Führung in die Einzel und legten gleich mit aggressivem Spiel ein paar Schläge zwischen sich und die Verfolger.

Die Athleten des FGC, die frühe Startzeiten hatten, lieferten schnell einige Birdies bis hin zum Eagle ab. Als Profi Martin Keskari auf seinen drei ersten Bahnen Birdies vorlegte, war der Abstand zu den Verfolgern so groß, dass alles nach einem Durchmarsch aussah. Es sah im Laufe des Tages sogar danach aus, dass sich an diesem Spieltag mehr und mehr eine Dreiklassengesellschaft entwickelt.
Der Vizemeister des Jahres 2018 führte zwischenzeitlich mit bis zu zwölf Schlägen Vorsprung. Dahinter schlugen sich Aufsteiger Marienburg, Serienmeister Hubbelrath und der dritte des Final Four 2018, GC Hösel um die Plätze. Schon früh etwas mehr Rückstand baute der GLC Berlin-Wannsee auf.

Doch wieder sehr eng

Im späteren Verlauf der Runden wurde es vorne doch wieder ganz eng, nachdem sich einige Frankfurter höhere Zahlen auf die Scorekarte schreiben mussten. Plötzlich stand der GC Hubbelrath auf dem Leaderboard ganz oben, nicht zuletzt, weil Johannes Lube eine famose Frontnine ablieferte. Nun knisterte es auf dem gesamten Platz vor Spannung, weil sich überall vorentscheidende Dinge tun konnten. Die Zuschauer, die zahlreich nach Niederrad gekommen waren, bekamen einiges geboten und erlebten Spitzensport auf höchstem Niveau – mit einem Happy End für die Gastgeber.

Herzschlagfinale auf Grün 9

Nach und nach kamen die Spieler rein und am Ende stand es Spitz auf Knopf. Daniel Tack, der letzte Frankfurter auf dem Platz, machte seine Scorekarte bunt in alle Richtungen. Insgesamt vier Birdies durfte Tack notieren, eines auf seiner 17. Bahn. Als Tack auf das letzte Loch kam, war klar, dass ein Bogey reichen würde, um für seine Mannschaft den Tagessieg nach Hause zu bringen.
Und Daniel Tack machte es spannend. Der Schlag ins Grün wurde etwas zu lang, aber es reichte exakt für das Bogey, mit dem der perfekte Saisonstart des FGC zu sichern war. Zweiter Spieltag, zweiter Tagessieg.

Bester Score

Den besten Score des Tages brachte David Li für den GC Hubbelrath in die Wertung. Der ehemalige Jugend-Nationalspieler lag nach zwei Birdies und einem Eagle auf der Frintnine bei vier unter Par und gab nur einen Zähler auf seiner Backnine ab. Mit 68 (-3) war der Düsseldorfer zufrieden: „Die Schläge ins Grün sind mir gut gelungen. Leider habe ich auf den Grüns noch einiges liegen lassen. Der Platz war in einem super Zustand!“
Johannes Lube, Clubkamerad von David Li, schickte sich an, den Platz des Frankfurter GC nach allen Regeln der Kunst auseinander zu nehmen. Auf der Frontnine gelangen dem Düsseldorfer innerhalb von sechs Bahnen satte fünf Birdies. Auf seiner Backnine fror dann allerdings der Putter des Hubbelrather Neuzugangs ein und er sammelte Bogeys und ein Doppelbogey, so dass er am Ende mit einer 71 (Even Par) ins Clubhaus kam.
Zwei Spieler brachten für ihre Teams mit 69 (-2) sehr starke Scores nach Hause. Nils Dobrunz stand beim GLC Berlin-Wannsee mit diesem sehr guten Ergebnis ziemlich alleine auf weiter Flur, denn die Truppe aus der Bundeshauptstadt hatte einige hohe Ergebnisse in der Wertung, so dass es für das Team von Coach Christian Kurras mit einem Gesamtergebnis von 33 Schlägen über Par nur zu Rang fünf in der Tageswertung reichte.
Jonas Baumgartner, Jugend-Nationalspieler des GC Hösel, lag nach acht Bahnen schon vier unter Par und schaffte es, mit insgesamt fünf Birdies die 69 nach Hause zu bringen. Der Youngster hatte damit einen großen Anteil daran, dass die Ratinger in der Tageswertung sich lange Hoffnung auf den Tagessieg machen durften und letztlich neben dem Tagessieger nur noch dem GC Hubbelrath den Vortritt lassen mussten. „Ich bin super in die Runde gestartet, habe aber nach Bahn acht die nächsten Löcher nicht so gut gespielt. Ich wusste auf der Backnine, dass es zwischen Frankfurt, Hubbelrath und Hösel eng wird, jedoch nicht, dass es so eng am Ende ausgehen würde. Ich hatte versucht, mich mit Birdies nochmal zurückzukämpfen, was bei dem Wind auf den schwierigeren Löchern aber nicht leicht war. Am Ende war es ein bisschen schade, dass wir Platz drei haben, aber mit meiner Runde war ich recht zufrieden“, fasste der junge Höseler seinen Tag zusammen.

Ausgeglichen stark

Dass im Tagesklassement mit Ben Bradley nur ein Frankfurter unter Par geblieben ist, die Hessen aber dennoch den Sieg einfahren konnten, zeigt die Ausgeglichenheit und die Breite, mit der das Team des Trainerduos Jan Förster und Keith Coveney wuchern kann. Bradley hatte von Doppelbogey bis Eagle alle Zahlen auf dem Zettel. „Gerade ist pure Freude. Der Nervenkitzel mit diesem Showdown ist ein genialer Tag für uns. Zwei Tagessiege sind der beste Saisonstart, den wir je hatten. Das kommt für manche und auch für uns unerwartet, aber wir wissen, dass wir ruhig bleiben müssen. Es sind noch drei lange Spieltage. Ich bin stolz, ein Teil dieser Mannschaft zu sein“, strahlte Ben Bradley, nachdem der Sieg für sein Team feststand.

Bilder des Tages I

Bilder des Tages II

 

Trainerstimmen

Jan Förster, der ein Wechselbad der Gefühle erlebt hatte, kommentierte den optimalen Saisonstart seines Teams überaus zufrieden: „Das war der Hammer. Die Vierer waren schon gut, auch wenn wir da ein paar Schläge liegen lassen haben. Wenn Du auf der Frontnine zwischendurch mal mit zwölf Schlägen in Führung bist und dann wird das noch so ein Herzschlagfinale, ist das echt krass. Gerade zu Hause ist das mega, zu gewinnen. Es ist etwas ganz spezielles in der Truppe. Unter der Woche war es kalt und regnerisch. Die Jungs waren trotzdem geschlossen auf dem Platz und haben trainiert. Das sagt alles über meine Mannschaft aus! Wir haben Bock, wir wollen was reißen, wir wollen ins Final Four und wie weit es da geht, wird man sehen.“

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  • Ben Bradley brachte für den Sieger Frankfurt den besten Score rein  (Foto: DGV/stebl)
  • 80 Schläge: Lennart Müller-Atzerodt vom GLC Berlin-Wannsee  (Foto: DGV/stebl)
  • Julian Baumeister vom GC Hubbelrath brachte erst spät sein erstes und einziges Birdie unter  (Foto: DGV/stebl)
  • Gregor Weck locht auf Bahn 12 ...  (Foto: DGV/stebl)
  • ... zum Bogey  (Foto: DGV/stebl)
  • Ein Triplebogey verhagelte die sonst solide Runde von Nick Spillmann vom GC Hösel  (Foto: DGV/stebl)
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Roland Becker zog ein gemischtes Fazit: „Wir sind nach dem spannenden Spieltag nicht wirklich zufrieden, aber froh, den wichtigen Punkt mehr als Hösel bekommen zu haben. Es geht voran. Letztes mal hatten wir die besten Vierer, dieses Mal die besten Einzel. Nächstes Mal beides zusammen zu bringen, wäre doch ein guter Plan. Wir werden weiter hart arbeiten.“

Christian Niesing, Coach des drittplatzierten GC Hösel, war mit dem Start seines Teams gar nicht einverstanden und hat sofort nach dem letzten Putt mit seinen Spielern über die Gründe gesprochen: „Hinten heraus haben wir gefightet und dann wurde es knapp. Die drei Punkte können wir mitnehmen, weil wir ja nicht meinen, immer ganz oben sein zu müssen, aber insgesamt bin ich mit unserer Leistung nicht ganz zufrieden. Wir müssen uns steigern und wir werden uns auch noch steigern!“

Aufsteiger Marienburg mischte auch ohne den verletzten Nationalspieler Nick Bachem zeitweise vorne mit, fiel später dann doch etwas ab, sicherte sich aber zwei Punkte auf dem Weg zum Klassenerhalt. MGC-Coach Peer Sengelhoff zu einem Spieltag, der den Kölnern Mut machte: „Die positive Erkenntnis des Spieltags ist, dass wir um den Klassenerhalt mitkämpfen dürfen. Wir gehen damit positiv motiviert in die kleinen Pause, bis es in vier Wochen in Hösel weitergeht. Wir werden offenbar an den nächsten drei Spieltagen weiter um den Verbleib in der 1. Bundesliga kämpfen und es sieht danach aus, dass der Kampf vor allem gegen Berlin geführt werden wird. Die Stimmung ist bei uns gut!“

Beim Schlusslicht des Spieltages war die Stimmung eher gedrückt. Christian Kurras, neuer Coach des GLC Berlin-Wannsee: „Das hatten wir uns anders vorgestellt. Wir waren gut vorbereitet, haben aber wegen der hohen Scores in den Einzeln allen Grund, enttäuscht zu sein. Zwei unter und eins, zwei und drei über Par vorne sind völlig in Ordnung, aber die anderen Scores sind einfach zu hoch. Da müssen wir schauen, was mir machen, aber wir werden die vier Wochen bis zum nächsten Spieltag intensiv nutzen, um uns auf den Spieltag in Hösel vorzubereiten.“

Vor dem dritten Spieltag

Am 22. und 23. Juni wird der dritte Spieltag steigen. Gastgeber ist dann der GC Hösel. Auf der 36-Loch-Anlage am Südrand des Ruhrgebiets hat in der Vorsaison der GLC Berlin-Wannsee die volle Punktzahl gewonnen und Frankfurt mit Rang zwei den Sturm auf das Final Four fortgesetzt. Damals hatte sich der Aufsteiger Hösel sehr viel vorgenommen und musste dem Druck, vor heimischer Kulisse zu bestehen, Tribut zollen. Hubbelrath und Marienburg haben jeweils nur sehr kurze Wege, so dass sich die Athleten dieser Clubs sicher auch in Hösel sehr intensiv auf den Platz vorbereiten werden.

 

Tagesergebnis

Rang Club Ergebnis
1. Frankfurter GC Brutto +12
2. GC Hubbelrath Brutto +13
3. GC Hösel Brutto +15
4. Marienburger GC Brutto +28
5. GLC Berlin-Wannsee Brutto +33

 

Tabelle nach dem 2. Spieltag

Rang Club Punkte Schläge
1. Frankfurter GC 10 +16
2. GC Hösel 7 +27
3. GC Hubbelrath 7 +28
4. Marienburger GC 3 +58
5. GLC Berlin-Wannsee 3 +60

 

  • Das Filmteam von Sky war in Frankfurt  (Foto: DGV/stebl)
  • Auf geht es zu einer Achterbahnfahrt: Daniel Tack schlägt für Frankfurt ab  (Foto: DGV/stebl)
  • Vier Bogeys, vier Birdies: Even Par für Jannik de Bruyn vom GC Hösel  (Foto: DGV/stebl)
  • Und immer der bange Blick ins Livescoring  (Foto: DGV/stebl)
  • Ben Marckmann kam trotz zwei Birdies in Serie mit einer 75 rein  (Foto: DGV/stebl)
  • Cedric Otten kämpfte und brachte eine 72 für Hubbelrath rein  (Foto: DGV/stebl)
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