St. Leon-Rot auch in Frankfurt unangefochten

1. Bundesliga Süd Damen

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Matthias Lettenbichler

Am Ende war es deutlich: Mit gesamt 14 über Par entscheiden die Damen des GC St. Leon-Rot auch den zweiten Spieltag der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf für sich und bauen damit ihre Tabellenführung aus. Auf dem Par-71-Parcours des Frankfurter GC liegt das Team von Coach Sebastian Buhl nach zwei Einzelrunden zehn Zähler vor Valley (+24); auf den Plätzen folgen der Münchener GC (+28), Frankfurt (+29) und Fürth (+75).

Sie ist im Grunde einfach nur wunderwunderschön, diese 18. Spielbahn des Frankfurter GC: 354 Meter misst das Par 4 für die Damen, der Abschlag liegt auf einer kleinen Anhöhe, von der der Blick über die Bäume hinweg bis zur Frankfurter City reicht und hinunter bis zum majestätischen Clubhaus. Wer die Spitze des Messeturms anvisiert und dann mit dem Driver mächtig durchzieht, befördert seinen Ball weit in die Ebene hinunter, und ein gelungener Abschlag lässt danach nur ein kleines Eisen zum letztlich sichern Par übrig - oder eröffnet gar eine letzte Birdiechance. Wenn es gut läuft.

Wenn es schlecht läuft, dann landet der Ball in einem der Fairwaybunker oder im Gehölz am linken oder rechten Fairwayrand, und das riesige Grün rückt auf einmal in schier unerreichbare Ferne. Bei Tessa Kremser lief es gut am Wochenende. Mit 72 Schlägen hatte die 17-jährige Spielerin des Frankfurter GC am Samstag ihr Einzel auf ihrem Heimatplatz absolviert, 71 Schläge und damit Par spielte sie am Sonntag. Beide Scorekarten waren ein wenig bunt, aber von ihrem Birdie am Sonntag an Bahn 18 schwärmte Keth Coveney, der Trainer der Frankfurter Damen, noch Stunden später: "Das Loch hat sie wirklich ganz unglaublich gespielt", so der Coach, "einfach phantastisch!" Bereits an der 17 hatte die Spielerin des Junior Team Germany unter den Augen von Mädchen-Bundestrainer Sebastian Rühl zum Birdie eingelocht, und an der 18 legte sie ein weiteres Birdie nach: Den Drive 240 Meter vom Hügel in die Ebene hinunter, das 7er-Eisen gegen den Wind über 125 Meter sechs Meter an den Stock, und rein den Putt!

Tessa Kremser: Birdie an der 18

So läuft es, wenn es sehr gut läuft an der 18 im Frankfurter GC, aber letztlich war es dieses 18 Loch, so analysierte Keith Coveney später, "das uns heute den dritten Platz gekostet hat". Denn abgesehen vom Birdie von Tessa Kremser und dem Par von Helen Tamy Kreuzer lief es schlecht an diesem Schlussloch für die Spielerinnen des Frankfurter GC. Am Ende der zweiten Einzelrunde des zweiten DGL-Spieltags standen an der 18 für Frankfurts Akteurinnen auch zwei Bogeys, ein Doppelbogey und ein Triple-Bogey zu Buche, womit sich das Gesamtergebnis des Wochenendes auf 29 über Par addierte.

29 über Par, das ist gleichbedeutend mit Rang 4 und zwei Punkten für das DGL-Ranking. Zu wenig für die Gastgeberinnen. denn nach dem Startverzicht am ersten Spieltag, gleichbedeutend mit null Punkten, rangieren die Frankfurterinnen damit noch immer auf Rang 5 der Tabelle, einen Zähler hinter Aufsteiger Fürth. Und damit rücken das als Minimalziel eingeplante Final Four und der angestrebte DM-Titel zunächst einmal in weite Ferne. "Eigentlich war an diesem Wochenende Platz 2 möglich, aber heute haben wir leider sogar noch den dritten Rang hergegeben", so Coveney. "Vom Tee waren meine Spielerinnen stark heute, aber zu unkonzentriert, als es darum ging, die gute Ausgangsposition am Ende auch zu verwerten. Es ist schön, dass der Spieltag stattgefunden hat, und ich habe heute viele gute Schläge gesehen. Aber die 18 hat uns heute wirklich wehgetan und uns zumindest den dritten Platz und einen wichtigen Punkt gekostet."

München abonniert den Bronze-Rang

Einen dritten Platz, den sich wie schon vor zwei Wochen beim Saisonauftakt in St. Leon-Rot die Spielerinnen des Münchener GC sicherten. Erneut in hervorragender Form: Marie-Agnes Fischer, die am Sonntag mit 1 unter Par das beste Resultat ihres Clubs unterschrieb und damit wesentlich zum erneuten Bronze-Rang beitrug. Im ersten Einzel-Durchgang am Samstag hatte Marie Coors mit einer Par-Runde das beste Ergebnis für den Club aus der bayerischen Landeshauptstadt unterschrieben.

Valley hält Kurs aufs Final Four

Silber und damit wie schon im GC St. Leon-Rot Platz 2 ging an das Team des GC Valley München. Nach dem ersten Durchgang hatte das Team von Headcoach Danny Wilde mit 11 über Par noch knapp die Nase vorn gehabt, und Nina Lang und Verena Gimmy mit jeweils 2 unter Par die besten Runden des gesamten Feldes absolviert. Letztlich aber holten die Spielerinnen des GC St. Leon-Rot in der zweiten Einzel-Runde den Rückstand von zwei Schlägen mühelos auf, siegten absolut unangefochten mit 14 über Par und zehn Schlägen Vorsprung vor Valley. Danny Wilde war dennoch glücklich über Rang 2: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Spieltages, und es ist schön zu sehen, wie Constantin Schwierz die Damen als Kapitän sehr gut unterstützt hat." Wilde selbst hatte Valleys Damen auf den Spieltag in Frankfurt vorbereitet und auch bei der Proberunde im Vorfeld betreut, am Wochenende dann betreute er die Herren des Clubs, die er ebenfalls coacht, bei ihrem Spieltag-Sieg in der 2. Bundesliga. Deren Ziel ist in diesem Jahr der Aufstieg in die 1. Bundesliga, damit bald beide Valley-Teams erstklassig spielen. Valleys Damen halten derweil weiterhin Kurs aufs Final Four und den ersten DM-Titel.

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  • Souverän brachten die Damen des GC St. Leon-Rot den Sieg in Frankfurt unter Dach und Fach. / Spieltag 2-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Charlotte Back spielte mit 3 unter Par die beste Runde des gesamten Spieltags und punktete für St. Leon-Rot. / Spieltag 2-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • / Spieltag 2-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
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Mühelos zum zweiten Tagessieg

Damen und Herren in Liga 1 der DGL - das ist ein Privileg, das der GC St. Leon-Rot seit vielen Jahren genießt, und ebenso lange gehören die Teams aus dem Kraichgau auch zu den Top-Favoriten auf den DM-Titel. Zumindest in der 1. Bundesliga Süd der Damen ändert sich daran auch in diesem Jahr nichts: Mit 14 über Par sicherten sich die von PGA Golfprofessional Sebastian Buhl gecoachten Damen auch am zweiten Spieltag den Sieg, bauten den Vorsprung in der Tabelle aus und führen nun mit zehn Zählern vor Valley (8) und München (6). Beeindruckend war dabei erneut die Leichtigkeit, mit der Europameisterin Paula Schulz-Hanßen und ihre Teamkolleginnen in Durchgang 2 das Tempo forcierten, die Konkurrenz kontrollierten und letztlich auch Spieltag 2 dominierten. Vor allem am Sonntag wurde die Stärke des Teams einmal mehr offensichtlich: Ein in der Leistung auf hohem Niveau homogener Kader. Beweis: Das schlechteste Ergebnis an diesem Tag und damit den Streicher für St. Leon-Rot lieferte Daniëlle Modder mit 4 über Par. Das Topresultat an der Spitze von St. Leon-Rot brachte Charlotte Back ins Clubhaus, der mit einer 68er-Runde der beste Score des gesamten Wochenendes gelang, daneben kamen zwei Par-Runden, eine 72 und eine 74 in die Wertung. Notiz am Rande: Auch Charlotte Back beendete ihre Sonntagsrunde mit Birdie-Birdie, und der GC St. Leon-Rot kassierte an der wunderschönen 18. Spielbahn des Frankfurter GC am Finaltag nur ein einziges Bogey.  

"Wir geben unser Bestes", bestätigte Sebastian Buhl die gute Form seines Teams, "meine Mädels setzen die Trainingsinhalte mittlerweile sichtbar besser im Wettkampf um." Dennoch sparte er auch diesmal nicht mit Kritik: "Im ersten Durchgang waren wir nicht zu 100 Prozent präsent, wir haben den Anfang verschlafen und unsere Dominanz nicht ausgestrahlt. Die einfachen Dinge des Golfspiels wie Chippen oder sichere Up-and-downs - daran müssen wir weiter arbeiten, da dürfen uns bald keine Fehler mehr passieren. Auch müssen wir in bestimmten Situationen noch cleverer und abgeklärter spielen."

Ein Rat, den sich vor allem seine Spielerin Charlotte Back nach Durchgang 1 zu Herzen nahm: Mit einer 77er-Runde blieb sie da weit unter ihren Möglichkeiten, teete in Durchgang 2 dann aber mit mehr Selbstbewusstsein und schärferer Fokussierung auf - und unterschrieb nach 18 Löchern eine fabelhafte 68 mit fünf Birdies bei zwei Bogeys. "Mein langes Spiel lief heute wieder sehr gut, was mir sehr geholfen hat. Außerdem sind auch viele Putts gefallen, das hat alles zusammengepasst. Die Anlage ist ein Traum, Grüns und Fairways sind mega-gut, es war einfach herrlich, hier in Frankfurt auf diesem wunderschönen Platz zu spielen."

Die famose Steigerung seiner Nachwuchsspielerin nahm Sebastian Buhl wohlwollend zur Kenntnis: "Charlotte hat heute enorm große mentale Stärke bewiesen, und es scheint, dass sie sich zu einer richtigen Wölfin entwickelt", so der Damentrainer des sogenannten "Wolfpack" des GC St. Leon-Rot. Die 68 weiß er übrigens sehr wohl als exzellenten Score auf einem ebensolchen Golfplatz zu schätzen: "Der Frankfurter Golf Club hat einen der besten Golfplätze in Deutschland, der immer eine echte Herausforderung ist. Ich kenne die Anlage seit vielen Jahren und komme immer wieder sehr gerne hierher." Daran hat der 2. Spieltag der DGL 2021 mit Sicherheit nichts geändert.

Fürth abgeschlagen auf Rang 5

Nichts zu holen gab es in Frankfurt für die Spielerinnen des 1. GC Fürth. Mit 75 über Par landete das Team von Trainer Michael Heffner abgeschlagen auf Rang 5 und musste die Überlegenheit der Mitstreiterinnen anerkennen. "Der Abstand war an diesem Wochenende leider sehr deutlich. Wir sind aktuell ziemlich ersatzgeschwächt, aber müssen auch anerkennen: Das Niveau in der 1. Bundesliga ist extrem hoch, und das kam auf diesem wirklich sehr schweren Platz auch zur Geltung", so Heffner. "Uns war klar, dass wir es als Aufsteiger schwer haben werden, aber wir versuchen, zu lernen und besser zu werden. Was mir gut gefallen hat, ist, dass die Mädels dennoch den Kopf nicht hängen lassen. Wir werden uns jetzt sehr gut auf unser Heimsipiel vorbereiten, um dann den Heimvorteil bestmöglich nutzen zu können."

Der Aufsteiger rangiert in der Tabelle mit nun drei Zählern noch vor dem Team Frankfurt, das nun zwei Punkte auf dem Haben-Konto hat, doch beide Teams müssen ab sofort mächtig zulegen: Fürth im Kampf um den angestrebten Klassenerhalt, und Frankfurt im Bemühen, wie 2019 erneut das Final Four zu erreichen, um wieder um die Deutsche Meisterschaft mitzuspielen.

  • Mit zwei 69er-Runden brachten Nina Lang und Verena Gimmy (v.l.) den GC Valley München nach dem ersten Durchgang auf Platz 1 des Zwischenklassements. / Spieltag 2-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Nina Lang (Valley) warmit ihrem Spiel noch nicht ganz zufrieden, unterschrieb mit 69 Schlägen aber dennoch einen guten Score. / Spieltag 2-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Volle Konzentration im Frankfurter Wald: Valleys Verena Gimmy kam auf dem Platz des FGC bestens zurecht und unterschrieb nach 18 Löchern eine 69. / Spieltag 2-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Vollgas an Bahn 1: Hannah Roßmanith hatte mächtig Spaß beim Spiel auf ihrem Heimatplatz und brachte eine 72er-Runde für den Frankfurter GC in die Wertung. / Spieltag 2-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Endlich wieder DGL: Hier machen sich Frankfurts Hannah Roßmanith (links) und Isabelle Schlick (GC St. Leon-Rot) auf den Weg zu Durchgang 1 des 2. Spieltags der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf. / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Isabelle Schlick (GC St. Leon-Rot) verlor gleich an Bahn 1 unglücklich den Ball, kämpfte sich dann aber zurück und brachte eine 74 ins Clubhaus. / Spieltag 2-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
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