Norden im Finale

Final Four

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Stefan Bluemer

Im Halbfinale des Final Four der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf setzen sich nach drei Vierern und sechs Einzeln die beiden Vertreter des Nordens durch. Das Finale am Sonntag wird vom GLC Berlin-Wannsee und dem Hamburger GC bestritten.

Alveslohe – Nachdem das Am-Am am Vortrag nachmittags in einem Gewitter endete, war es bei der formellen Eröffnungsfeier zum Final Four 2021 am Abend trocken geblieben.
Die heftigen Regenfälle der Nacht wiederum hatten auf dem Platz Spuren hinterlassen und so erklärte die Spielleitung kurzerhand einige wenige Bunker zu Boden in Ausbesserung, so dass die Athleten Erleichterung in Anspruch nehmen konnten. Zudem wurde mit „Besserlegen“ gespielt.
Berlin setzte sich gegen den Debütanten beim Final Four, den GC München Valley mit 6:3 durch, während der Hamburger GC den Favoriten GC St. Leon-Rot mit 5:4 bezwang. Es war am Ende emotional und faszinierend, wie es nur bei einem Team-Wettbewerb im Matchplay sein kann. Grenzenloser Jubel auf der einen Seite, Tränen der Enttäuschung auf der anderen Seite.

Vierer

In den Vierern der Halbfinals verschaffte sich Titelverteidiger GLC Berlin-Wannsee eine hervorragenden Ausgangslage gegen den Neuling beim Final Four.
Die drei Matches gingen alle an Wannsee, wobei die beiden ersten Duelle sogar recht klar endeten. Emily Krause und Alexandra Försterling gaben zwar zweimal ihre frühe Führung wieder ab, aber außer den Lochgewinnen für Lilan Klug und Sonya Knebel auf den Bahnen 13 und 17 wurde das Match von den beiden Spielerinnen, die auch im Golf Team Germany stehen, dominiert. Am Ende hieß es 4&3 für Wannsee.
Auch das zweite Match ging deutlich an die Mannschaft aus der Bundeshauptstadt. Julia Neumann und Luka Kienbaum harmonierten prächtig und ließen für Chiara Horder und Verena Gimmy nur auf Bahn 17 ein Körnchen liegen. Dabei waren die Spielerinnen vom GC München Valley nicht schlecht unterwegs, aber das Berliner Duo machte immer wieder richtig gut Schläge. Auf Bahn 12, der eigentlichen 5, einem 128 Meter langen Par 3, legte Julia Neumann ihren Abschlag auf weniger als zehn Zentimeter an die Dose. Ein Hole-in-one wäre gut drin gewesen. Verena Gimmy ließ sich davon aber nicht beeindrucken und tat ebenfalls einen grandiosen Schlag, der etwas mehr als einen halben Meter neben dem Loch zu liegen kam. Loch mit Birdie gegen Birdie geteilt. So geht Final Four!
Im dritten Match lieferten sich Alina Bingel und Linda Rademacher auf Seiten von Wannsee mit den Münchenerinnen Maria Anetseder und Nina Lang ein Klasseduell, bei dem Valley sogar zwischenzeitlich in Führung lag. Es blieb immer spannend und auf dem 15. Loch kamen das Süd-Duo wieder auf 1down heran. Am Ende stand es aber doch 2&1 für Wannsee, so dass Berlin mit einer 3:0-Führung in die sechs Einzelmatches ging und nur noch zwei Punkte zum Finaleinzug fehlten.

Spannender im Duell der Altmeister

Im zweiten Halbfinale war die Lage nach den drei Vierern spannender. Der GC St. Leon-Rot, der im Süden die perfekte Saison gespielt hatte und alle fünf Spieltag für sich entscheiden konnte, gewann zwei Vierer recht klar, musste aber auch einen Punkt abgeben, weil Hannah Karg und Viktoria Hund viele sehr  gute Schläge machten. Karg/Hund siegten mit 2&1 gegen Charlotte Back und Emelie Edinger. Zu keinem Zeitpunkt lagen die Kurpfälzerinnen in Führung, ließen die Hanseatinnen aber auch nie weiter als 2auf davonziehen.
Nachdem die Athletinnen des Hamburger GC auf Bahn 10 auf 2auf erhöht hatten, wurden alle weiteren Bahnen geteilt. Ein Duell auf Augenhöhe.
Anni Eisenhut und die niederländische Nationalspielerin Danielle Modder hatte einen Lauf und ließ ihren Konkurrentinnen aus Hamburg keine Chance. Lediglich ein Lochgewinn konnten Emilie von Finckenstein und Marietta Dohrendorf verbuchen, dagegen zog das Duo aus dem Kraichgau mit unbändigem Siegeswillen Loch für Loch davon und machte schon auf dem 14. Grün mit 6&4 den Sack zu.
Auch Paula Schulz-Hanßen und Celina Sattelkau hatten es bei ihrem 5&4-Sieg gegen Maike Schlender und Christin Eisenbeiß eilig. Zwar gelangen den Falkensteinerinnen zwei Lochgewinne, aber gegen das zwingende Spiel von „PSH“ und Celina Sattelkau war an diesem Vormittag kein Kraut gewachsen.
Mit einer 2:1-Führung ging St. Leon-Rot in den Nachmittag.

Gewitter in Schleswig-Holstein

Die Einzel der Damen war schon weit fortgeschritten, als die Spielleitung aufgrund aufziehender Gewitter nicht anders konnte, als das Spiel für etwas mehr als eine Stunde zu unterbrechen.
Zu dem Zeitpunkt lag Wannsee gegen Valley deutlich in Front, während der Hamburger GC hauchdünn gegen den GC St. Leon-Rot führte.
In diesem Duell ging es zu dem Zeitpunkt der Unterbrechung richtig hoch her und die Zuschauer bekamen Spitzengolf geboten. Immer wieder waren phantastische Schläge zu sehen. Matchplay at it´s best!

Paula Schulz-Hanßen, die Europameisterin von 2020 geriet gegen Viktoria Hund früh in Rückstand, ließ sich aber trotz eines 3down Rückstand nicht aus der Ruhe bringen und holte wieder auf, so dass es zwar mit 1auf für die Hamburgerin in die Unterbrechung ging, das Momentum da aber gerade zur Kurpfälzerin gewechselt war.
Im zweiten Match gab es eine Battle zwischen Leonie Wulfers und Charlotte Back. Wulfers machte immer wieder Druck, aber die Team-Europameisterin der Mädchen von 2020 hielt kräftig dagegen. Früh führte die Hamburgerin mit 3auf, dann verkürzte Back mit zwei Lochgewinnen, ehe sich Wulfers den Vorsprung zurückerkämpfte und mit 3auf nach zwölf Bahnen ins Clubhaus marschierte, um das Gewitter abzuwarten.
Erst neun Löcher gespielt hatte das letzte Einzel, als der Regen kam. Hannah Karg hatte da Isabelle Schlick schon vier Löcher abgenommen und führte mit 3auf.

Wannsee im Vorteil

Der GLC Berlin-Wannsee war als Nordmeister und amtierender Deutscher Mannschaftsmeister gegen den Newcomer beim Final Four sicher leicht favorisiert – und bestätigte diese Favoritenrolle auch.
Nach den drei gewonnenen Vierern fehlten ohnehin nur noch zwei Punkte für den Einzug ins Finale.
Alexandra Försterling führte im dritten Match gegen Ramona Zauner nach acht Löchern schon mit 6auf. Dabei blieb es, bis die Referees das Signal zur Unterbrechung gaben. Das Match war da schon dormie 6 auf dem 13. Loch angekommen und am Ende stand ein 7&5-Sieg für die Nationalspielerin.
Die übrigen Matches waren alle ganz eng, wobei Lilan Klug mit 2auf nach 13 Löchern gegen Catharina Lohoff führte und Chiara Horder 3auf nach nur elf Bahnen gegen Alina Bingel führten und dadurch die Hoffnung des GC München Valley, das Blatt noch wenden zu können, lebendig gehalten wurde.
Auch wenn Lilian Klug ihr Match tatsächlich mit 4&3 gewann, setzte Emily Krause auf dem 16. Grün den Schlusspunkt und holte mit 3&2 gegen Sonya Knebel den entscheidenden Punkt für Wannsee. Der Club aus der Hauptstadt kann also weiter davon träumen, zum zweiten Mal in Folge als Deutscher Mannschaftsmeister in die Geschichtsbücher des Golfsports aufgenommen zu werden.

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  • Alexandra Försterling vom GLC Berlin-Wannsee eröffnet dieses Final Four  (Foto: DGV/stebl)
  • Sonya Knebel hat die Ehre, für den FF-Neuling GC München Valley den allerersten Schlag bei dem Finalturnier zu machen  (Foto: DGV/stebl)
  • Es wurde ab 7.30 Uhr gestartet und die tiefstehende Sonne lieferte mit dem Frühnebel des beginnenden Herbstes ein Schauspiel  (Foto: DGV/stebl)
  • Die Tees des presenting Partners All4Golf waren begehrt  (Foto: DGV/stebl)
  • Alina Bingel vom GLC Berlin-Wannsee  (Foto: DGV/stebl)
  • Maria Anetseder schlägt für Valley ab  (Foto: DGV/stebl)
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Finalgegner

Gegner im Finale wird nicht der GC St. Leon-Rot sein. Die Kurpfälzer mussten sich dem Hamburger GC geschlagen geben. Die fünf Siege an fünf Spieltagen der DGL in der Südstaffel waren eindrucksvoller Beleg dafür, wie stark die Truppe von Sebastian Buhl ist.
Hamburg ist als Team im Matchplay aber nie zu unterschätzen und so haben sich die Mädels von Coach Christian Lanfermann richtig in dieses Duell verbissen und auch aus Lagen echte Zauberschläge gezeigt, die schier unmöglich erschienen.

Viktoria Hund brachte nach der Gewitterunterbrechung ihr Match gegen Paula Schulz-Hanßen mit 3&2 zu Ende. Mit dem gleichen Ergebnis sicherten Leonie Wulfers gegen Charlotte Back und Maike Schlender gegen Danielle Modder dem HGC Falkenstein die Punkte, so dass das Blatt gewendet war. Hamburg hatte nun schon vier Punkte sicher.
Celina Sattelkau holte für SLR auf dem 18. Grün mit 1auf noch einen Punkt, dann kam es zum großen Showdown zwischen Christin Eisenbeiß und Anni Eisenhut.
Faszinierend, wie diese beiden ehemaligen Jugend-Nationalspielerinnen sich Zauberschläge um die Ohren hauten. Die Emotionen waren schon auf dem 16. Grün riesig und man konnten den Athletinnen, aber auch den Coaches schon auf Entfernung ansehen, dass der Adrenalin-Pegel in ungeahnten Höhen stand.
Auf dem 18. Grün brachte Christin Eisenbeiß ihre 1auf-Führung nach Hause und holte für Hamburg so den noch fehlenden, fünften Punkt für den Finaleinzug.
Im sechsten Einzel holte Isabelle Schlick für St. Leon-Rot mit 2auf gegen Hannah Karg zwar noch einen Punkt, aber dies reichte nicht mehr.


Stimmen zum Tag

Sebastian Buhl, Trainer der Damen des GC St. Leon-Rot gratulierte fair dem Hamburger GC zum Einzug ins Finale: „Bei uns überwiegt momentan die absolute Enttäuschung und Leere. Völlig verständlich, denn wir hatten uns das große Ziel gesetzt, den Pokal mit nach Hause zu nehmen. Leider haben wir heute gegen Hamburg verloren, aber dennoch ein großes Kompliment an meine Mädels, an mein Team, an das Team hinter dem Team. Es wurde über die ganze Saison hervorragend gearbeitet. Sport kann ganz schön fies sein. Heute hat es nicht gereicht. Wir kommen stärker zurück.“

Danny Wilde, Coach des GC München Valley, war trotz der Niederlage gegen Berlin gefasst: „Es ist etwas ganz besonderes für die Spielerinnen, hier teilnehmen zu dürfen. Eine Teilnahme, die sie sich selber hart erarbeitet haben und umso mehr darauf gefreut haben, hier sein zu dürfen. Wir sind so kurz nach dem Spiel verständlicherweise nicht glücklich über den Verlust des Matches gegen Berlin, jedoch haben alle Spielerinnen ausnahmslos eine klasse Leistung gezeigt. Wir können Leistung und Erfolg klar differenzieren. Eine gute Leistung muss nicht immer einen Sieg ergeben, gerade im Matchplay. Verantwortlich für die Niederlage waren sicherlich die Vierer heute Vormittag. Hier haben wir uns definitiv mehr erwartet, denn das ist unsere Stärke. Morgen werden wir nochmal richtig angreifen. Die Damen sind hoch motviert.“

Miriam Hiller, die Sportdirektorin des GLC Berlin-Wannsee freute sich sehr über den Einzug ins Finale: „Das war ein runder Halbfinal-Tag. Die Mädels haben es sich ganz stark erarbeitet. 3:0 am Vormittag, das macht den Nachmittag definitiv ein bisschen einfacher. Und auch da konnten wir mit der Gewitterunterbrechung sehr gut umgehen, so dass sich das Spiel dann ganz schnell in die richtige Richtung entwickelt hat. Vielen Dank an ganz faire Gegner aus München Valley, denen wir für morgen viel Glück wünschen. Wir freuen uns auf das Nordfinale gegen den Hamburger GC.“

Christian Lanfermann war unmittelbar nach dem Sieg gegen St. Leon-Rot emotional sehr berührt: „Das war heute ein unfassbarer Tag. Wenn Du gegen St. Leon-Rot ins Halbfinale gehst, gehst Du als klarer Außenseiter in das Match. Wenn Du in den Vierer zurückliegst und dann noch den Turnaround schaffst und mit so unfassbar guten Schlägen so gewinnen kannst, kann man das nicht in Worte fassen. Es war eine Teamleistung. Wir sind zusammen raus gegangen. Wir haben Werte angesprochen. Wir haben das den ganzen Tag gut umgesetzt. Wir sind nach der Pause mit wichtigen Birdies gestartet und haben es so gepackt. Wenn man in Hamburg ist und die Farben der Stadt vertritt, dann will man gewinnen. Wir geben dafür alles!“

Alexandra Försterling, die den ersten Punkt im Einzel klar für den GLC Berlin-Wannsee holte, freute sich über den Einzug ins Finale: „Wir waren nach den Vierern schon in einer sehr guten Position. Das hat extrem geholfen. Ich war früh fertig, so dass wir nur noch einen weiteren Punkt brauchten. Wir sind alle super zufrieden und freuen uns extrem auf das Finale.“

Teamkameradin Emily Krause, der es vorbehalten war, den Schlusspunkt unter das Halbfinale gegen Valley zu machen, war rundum glücklich: „Es fühlt sich großartig an, im Finale zu stehen und die Chance zu haben, den Pokal wie im Vorjahr nach Berlin zu holen. Was waren alles knappe und sehr faire Matches. Am Ende sind bei uns die entscheidenden Putts gefallen. Den entscheidenden Punkt für die eigene Mannschaft zu holen, ist toll. Wir machen morgen genau da weiter, wo wir heute aufgehört haben.“

Das Finale beginnt am Sonntag ab 7.30 Uhr mit den Vierern. Gestartet wird von Tee 10.