Bis zur Dunkelheit - und weiter

Final Four 2021

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Christopher Tiess

Der Halbfinaltag des Final Four brachte jede Menge packender Matches. In der ersten Begegnung siegt Hamburg gegen den GC Mannheim-Viernheim. Die zweite Begegnung - zwischen GC St. Leon-Rot und GC Hubbelrath - wird erst am frühen Morgen des Finaltags durch Stechen entschieden.

Alveslohe. Das große Finish der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf hat begonnen. Und Hand aufs Herz: genau so muss ein spannendes Final Four ablaufen - ein Filmdrehbuch könnte nicht besser geschrieben sein. Die morgendlichen Vierer wurden bei schönstem Golfwetter gespielt. Doch nach und nach schob sich das lange angekündigte Gewitter näher und gegen 16:30 Uhr musste das Turnier für 45 Minuten unterbrochen werden. Genau die Zeit, die am Ende fehlen sollte, um beide Halbfinals beenden zu können.

Hamburg im Doppelpack

Erfolgreich verlief der Tag in jedem Fall für den Hamburger GC. Nachdem der Heimspieltag Pandemie-bedingt ausfiel, ist das Final Four im Norden der Hansestadt Hamburg eine willkommene Gelegenheit, sich dem heimischen Publikum doch noch zu zeigen. Und die Falkensteiner ließen sich nicht zweimal bitten. Zuerst sicherten die Damen um Coach Christian Lanfermann ihr Ticket für das Spiel um Gold.

Und nur wenig später konnten die Herren denselben Erfolg für sich verbuchen. Die Vierer haben sie vielversprechend mit 3:1 für sich entschieden. Dann aber standen die Einzel an. Und hier verkaufte sich der GC Mannheim-Viernheim so teuer, wie es nur möglich war. Zwischenzeitig lagen die Süddeutschen in den Einzeln 6:2 vorne. Doch die Partien war hart umkämpft. Am Ende war es die letzte Spielgruppe, in der die Entscheidung fiel. Sebastian Sliwka (Hamburger GC) spielte hier gegen Florian Huerlimann (GC Mannheim-Viernheim).

Auch in der Niederlage sportlich fair

Huerlimann konnte die erste Bahn für sich entscheiden. Dann aber kam der hochgewachsene Sliwka stärker ins Spiel und blieb stets leicht vorne. Auf die 17. Spielbahn ging er dormie. Aber Sliwka wollte mehr als das. Denn der halbe Punkt eines geteilten Matches hätte nur für ein Stechen gereicht. Er entschied also auch diese Bahn für sich und gewann das Match mit einem letztendlich überzeugenden 4&2.

Die Spieler des GC Mannheim-Viernheim gratulierten ihren sportlichen Kontrahenten nach dem Sieg - allen voran ihr Coach Ted Long. Der Amerikaner zieht ein Fazit: „Wir haben genau das gemacht, was wir das ganze Jahr in der Bundesliga gemacht haben - wir konnten es am Ende einfach nicht nach Hause bringen. Die Jungs waren gut da draußen und ich haben richtig tolle Matches gesehen - vor allem das zwischen Nico Lang und Anton Albers. Es war toll mit anzusehen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, auch wenn wir heute nicht gewonnen haben.“

In der zweiten Halbfinal-Partie spielte der GC St. Leon-Rot gegen den GC Hubbelrath. Und diese Begegnung hat den Begriff Spannung quasi neu definiert. Die morgendlichen Vierer entschieden die Kurpfälzer mit 2,5:1,5 für sich. Am Nachmittag benötigten sie noch vier Siege aus acht Einzel-Matches, um das Finale zu erreichen - und tatsächlich spielten die Süddeutschen so überzeugend, dass die Ergebnis-Prognose für die Einzeln auch hier bei 6:2 lag. Selbst kurz vor dem Ende der Begegnung standen die Chancen gänzlich auf Seiten der Wölfe.

Bahn 18 wird zum Waterloo

Zum Schluss benötigte der GC St. Leon-Rot aus den letzten drei laufenden Matches lediglich noch einen halben Punkt. Doch dann kam der GC Hubbelrath zurück - und zwar hammerhart. Bei bereits einbrechender Dämmerung kämpften die Rheinländern um jeden einzelnen Schlag. Zunächst konnte Laurenz Meifels (GC Hubbelrath) sein Match gegen Philipp Katich (GC St- Leon-Rot) an Bahn 17 drehen und an Bahn 18 mit 1auf beenden.

Dann konnte Johannes Lube (GC Hubbelrath) seine Partie gegen Yannick Malik (GC St. Leon-Rot) an Bahn 17 ausgleichen und an Bahn 18 zum ersten Mal in dem Match in Führung gehen. Auch er siegte per 1auf. Und zu guter Letzt war es Cedric Otten (GC Hubbelrath), der seine Partie gegen Jan Schneider (GC St. Leon-Rot) über weite Strecken anführte und an Bahn 18 sogar noch auf 2auf erhöhte. 

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  • Marco Schmuck vom GC St. Leon-Rot (Foto: DGV/ Tiess)
  • Wenn schon - denn schon: stilechter Starter im Gut Kaden Golf & Land Club (Foto: DGV/ Tiess)
  • Max Herter vom GC Hubbelrath (Foto: DGV/ Tiess)
  • Philipp Matlari vom GC St. Leon-Rot (Foto: DGV/ Tiess)
  • Florian Schmiedel vom Gc Hubbelrath - unterwegs als Caddie für Max Wilms. (Foto: DGV/ Tiess)
  • Jiri Zuska vom GC St. Leon-Rot (Foto: DGV/ Tiess)
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Die 18. Bahn des Gut Kaden Golf & Land Club entwickelte sich zum Ende dieses sehr langen ersten Turniertages zu einem wahren Waterloo für St. Leon-Rot. Aber noch ist nichts verloren, denn das aktuelle 6:6 bedeutet lediglich, dass es nun zum Stechen kommt. Da die regulären Partien erst gegen 20:40 Uhr beendet waren, wurde das Stechen für den Finaltag um 07:30 Uhr angesetzt. Gespielt werden drei Matches auf den Bahnen 8, 9 und 16. Das Team, das zwei der Matches für sich entscheiden kann, spielt nur wenig später im Finale um den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters.

Kampf gegen das Momentum

Marco Schmuck, Trainer der St. Leon-Roter Herren, hat die Losung für seine Mannschaft lautstark ausgegeben. „Immer weiter“ lautet das Motto - und das ist bekanntlich erfolgsgeprüft. Erst vor wenigen Wochen haben die Jungen des Junior Team Germany die Team-EM gewinnen können - der energische Marco Schmuck war als Co-Trainer mit dabei.

Er resümiert: „Es war schwierig, das Ganze nicht nach Hause zu bringen. Die Hubbelrather haben das gut gemacht und wir konnten den Sack nicht zumachen. Irgendwann war das Momentum dann auf der Seite der Hubbelrather. Aber wir haben für diese Situationen geübt und morgen werden wir mit breiter Brust rausgehen und das ordentlich erledigen.“

Roland Becker, der Trainer der Hubbelrather Herren, hat genau den entgegengesetzten Blick auf das Geschehene: „Das war natürlich ein spannender Tag. Vor allem, weil wir gemäß Livescoring deutlich zurücklagen. Trotzdem waren die Matches aber alle knapp und viele Partien wogen hin und her. Ich hatte daher über die ganze Zeit Hoffnung.

Aber als es dann so weit war, dass wir in den drei letzten noch offenen Matches drei Siege holen müssen - und hier aber all square oder sogar zurück lagen, da hatte ich schon meine Zweifel. Doch die Jungs haben das gut gemacht. Sie haben mit coolen Schlägen und tollem Golf das Stechen erzwungen. Und morgen schauen wir, dass wir dieses Stechen dann auch noch gewinnen.“

Gut Kaden der perfekte Ort

Die Sieger des Stechens treten nur wenig später gegen den Hamburger GC an. Für die Falkensteiner ist es eine beinahe traumhafte Konstellation. Als Titelverteidiger sind sie hergefahren. Und nun stehen sie hier vor den Toren ihrer Stadt im Finale. Coach Matthias Boje freut sich: „Als amtierender Nordmeister und amtierender Deutscher Mannschaftsmeister will man natürlich in das Finale kommen.

Wenn man dann auch noch in den heimischen Gefilden spielt, ist die Motivation megahoch. Das Spiel gegen Mannheim war knapp, aber am Ende stehen wir und auch unsere Damenmannschaft im Finale. Wir sind alle bis aufs Äußerste motiviert und wir gehen da morgen raus, um den Titel zu verteidigen. Das Lochspiel-Format löst einfach tolle Emotionen aus - beim Team, bei den Trainern, bei den Zuschauern. Das ist einfach klasse.“

Dass der Meisterschaftsplatz von Gut Kaden eine gute Wahl für das Final Four ist, bestätigen auch die Trainer der Mannschaften. So sagt Ted Long: „Ich find den Platz unglaublich gut. Eine tolle Anlage, die genau zu diesem Turnier passt.“ Roland Becker äußert sich ähnlich: „Der Platz hat in den letzten Tagen viel Niederschlag abbekommen, aber trotz der Nässe muss man sagen: Gut Kaden ist ein perfekter Standort für dieses Turnier.“