Sieg für Hubbelrath

Final Four 2021

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Christopher Tiess

Nach einem unglaublichen Comeback im Halbfinale, einem stark gewonnenen Stechen und einer überzeugenden Leistung gegen die Titelverteidiger holt der GC Hubbelrath die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Der Hamburger GC wird Zweiter. Den dritten Platz sichert sich der GC St. Leon Rot.

Alveslohe. Die Deutsche Golf Liga presented by All4Golf ist zu Ende. Und der GC Hubbelrath hat erneut zugeschlagen. Einmal mehr dürfen sich die Herren aus Düsseldorf auf dem altehrwürdigen Club Pokal von Deutschland verewigen. Zu verdanken haben sie dies vor allem ihrer eigenen Resilienz. Denn im Halbfinale gegen den GC St. Leon-Rot war das Team um Coach Roland Becker schon totgeglaubt.

Doch dann kam ein unglaubliches Comeback und die Düsseldorfer konnten ihre drei letzten Matches - von denen sie in keinem führten - alle auf der letzten Bahn gewinnen. Sie zwangen den GC St. Leon-Rot ins Stechen um den Finaleinzug. Das Stechen wurde aufgrund der Dämmerung erst am Finaltag selbst ausgetragen. Um 07:30 Uhr standen sich die beiden Teams gegenüber - gespielt wurde auf den benachbarten Bahnen 8, 9 und 16 - im Kanonenstart und wenn nötig rotierend.

Doch es war nicht nötig. Die Hubbelrather spielten konzentriert und fehlerfrei. Johannes Lube gewann sein Match gegen Petr Hruby nach einer Bahn. Den zweiten Sieg sicherte Luis Obiols gegen Jiri Zuska nach zwei Bahnen. Die Underdogs aus dem Rheinland schafften das Unmögliche und zogen in das Finale gegen den Titelverteidiger Hamburger GC.

Und noch ein Comeback

Dort schien sich die Geschichte des Halbfinales beinahe zu wiederholen. Denn in den Vierern stand es über lange Zeit 4:0 für die Falkensteiner. Erst im späten Verlauf der Runden drehten die Rheinländer zwei der Matches und schafften ein wichtiges 2:2. Für die Einzeln waren damit alle Chancen offen. Und weil die Hubbelrather bekanntlich selbst kleinste Chancen zum Erfolg nutzen, waren weitere Einladungen nicht nötig.

Zwar waren alle acht Einzel-Matches eng umkämpft, aber das Pendel schlug im Verlauf des Nachmittags zugunsten der Hubbelrather aus. Seitens der Hamburger waren es oft nur kleine Fehler oder einfach fehlendes Glück - doch die Lochverluste häuften sich. Kurz vor Ende - beim späten Stand von 5,5:4,5 - waren noch zwei Partien offen. Und beide hätte Hamburg für sich entscheiden müssen.

In der ersten dieser beiden Partien lagen Luis Obiols (GC Hubbelrath) und Constantin Mons (Hamburger GC) schon lange Zeit all square, als am vorletzten Grün der Ball von Mons direkt an der Lochkante liegen blieb und er das Loch abgeben musste. Den Rückstand konnte Mons an der letzten Bahn nicht mehr wettmachen und er verlor seinen Punkt an Obiols.

Doch den Ausschlag gab dies nicht mehr, denn wenige Momente vorher kam es in der Partie zwischen Johannes Lube (GC Hubbelrath) und Philipp Westermann (Hamburger GC) zur Entscheidung. Die beiden spielten direkt hinter Obiols und Mons - und der Siegesschrei von Lube nach dessen Lochgewinn zum 2auf schallte unüberhörbar über den Platz. Da sich Lube und Westermann auf der vorletzten Bahn befanden, war dies gleichbedeutend mit einem 2&1 Sieg für den Hubbelrather.

Ein unbeschreibliches Gefühl

Das Endergebnis lautet 7,5:4,5 für den GC Hubbelrath. Roland Becker, Trainer der frisch gebackenen Deutschen Mannschaftsmeister, erzählt, wie er das Turnier empfunden hat: „Es waren zwei extrem anstrengende und aufreibende Tage. Denn wir haben eigentlich die ganze Zeit hinten gelegen. Gestern gegen St. Leon-Rot hinten, hinten, hinten - und nur eine kleine Rest-Chance, die uns blieb.

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  • Louis Obiols vom GC Hubbelrath (Foto: DGV/ Tiess)
  • Max Herter vom GC Hubbelrath (Foto: DGV/ Tiess)
  • (Foto: DGV/ Tiess)
  • Peer Wernicke vom GC Hubbelrath (Foto: DGV/ Tiess)
  • (Foto: DGV/ Tiess)
  • (Foto: DGV/ Tiess)
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Und gegen Hamburg dann erneut der Rückstand in den Vierern. Den konnten wir zumindest wieder aufholen. Und dann so ab der Mitte des Nachmittag haben wir all square oder leicht vorne gelegen. Mir war klar: auf die Spieler, die führen, kann ich mich verlassen. Und das fühlte sich gut an.“

Der Hubbelrather Max Herter zieht ebenfalls ein Fazit: „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Wir reisen als Team an und sind auf dem Papier immer der Underdog. Wir wissen eigentlich selbst gar nicht, wie wir es immer wieder schaffen, solche Geschichten zu schreiben. Das Final Four ist etwas ganz besonderes im deutschen Golfsport und ganz gewiss auch für uns. Wir sind überglücklich.“

Matthias Boje, Coach des Hamburger GC, beendet dieses Final Four mit einem großen Vorsatz: „Ein Finale zu verlieren, ist im ersten Moment immer schmerzhaft. Aber die Mannschaft hat eine Riesensaison gespielt und wir sind stolz, hier vor heimischer Kulisse Silber geholt zu haben. Hubbelrath war heute einfach das Quäntchen besser und wir waren in den entscheidenden Momenten nicht da. Aber wir versuchen es wieder und wollen unser Silber beim nächsten Mal vergolden. In jedem Fall bin ich sehr stolz auf unsere Mannschaft.“

In diesem Finale trafen zwei hochklassige Teams aufeinander, die im Sieg und in der Niederlage einen durchweg sportlichen Umgang miteinander pflegten - einer Meisterschaft mehr als würdig. Bemerkenswert war zudem: jede einzelne Partie wurde ausgespielt, bis das Ergebnis feststand - keine einzige wurde abgebrochen. Und der GC Hubbelrath ist einmal mehr der Final Four Schreck der Deutschen Golf Liga.

St. Leon-Rot holt Bronze

Im Spiel um Platz drei trafen der GC Mannheim-Viernheim und der GC St. Leon-Rot aufeinander. Auch hier war der Zwischenstand nach den Vierern ausgeglichen bei 2:2. Doch damit sollte es in den Einzeln vorbei sein. Denn die Herren des GC St. Leon-Rot haben sich schlussendlich dazu durchgerungen, dass das verlorene Stechen gegen Hubbelrath die einzige Niederlage dieses Finaltages bleiben soll.

Der GC Mannheim-Viernheim kämpfte - und konnte dabei sogar auf die Hilfe des eben noch herangeeilten Olympioniken Hurly Long bauen. Doch am Ende sollte es nicht reichen. Die eng geführten Einzeln drehten sich zugunsten der kurpfälzischen Rivalen und die Punkte gingen nach und nach verloren. Dabei haben die St. Leon-Roter ihren Sieg über Mannheim genau an jenen Löchern dingfest gemacht, an denen sie am Vortag ihren fast sicheren Finaleinzug weggegeben haben.

Mit einem deutlichen 8,5:3,5 holt St. Leon-Rot die Bronzemedaille. Für die spielstarken Süddeutschen ist dies sicher nicht das gewünschte Ergebnis. Aber ihre Klasse gezeigt haben sie allemal. Zudem beenden sie das Turnier mit einem Sieg - das kann sonst nur der neue Deutsche Mannschaftsmeister von sich behaupten. Und das nächste Final Four kommt bestimmt.