GLC Berlin-Wannsee verteidigt Titel

Final Four

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Stefan Bluemer

Der Finaltag des Final Four der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf startet mit Regenwetter. Im Finale zwischen den Nordmannschaften setzt sich der GLC Berlin-Wannsee gegen den Hamburger GC durch. Bronze gewinnt im Südduell der GC St. Leon-Rot gegen Final-Four-Neuling GC München Valley.

Alveslohe – Trotz des ständigen Wechsels zwischen Regen und später auch mal trockenen, fast schon sonnigen Momenten, lieferten sich die Damen des GLC Berlin-Wannsee und des Hamburger GC schon in den drei Vierern am Morgen ein sehenswertes Duell auf höchstem Niveau.
Es ist immer wieder faszinierend, wie im Matchplay die Emotionen hochgehen und sich die Kontrahenten gegenseitig zu Höchstleistungen und grandiosen Schlägen aufputschen. Adrenalin als Droge, die süchtig nach mehr macht. Gäbe es das Finalturnier der DGL nicht, müsste man ein Final Four erfinden.
Im Finale lieferten sich im Vierer Emily Krause und Alexandra Försterling (Wannsee) gegen Leonie Wulfers und Emilie von Finckenstein eine Battle, bei der die Berliner Nationalspielerinnen immer die Nase vorne hatte, die Hanseatinnen aber mehrfach Nadelstiche setzen konnten und damit das Ergebnis eng hielten. Nach zwölf Bahnen führten die Berlinerinnen scheinbar sicher mit 3auf, gaben dann aber drei Bahnen in Folge ab, so dass Hamburg mit all square wieder alles auf Null setzen konnte. Auf dem 18. Grün ging das Match dann aber doch zu Gunsten von Krause/Försterling aus und der erste Punkt für Wannsee war verbucht.
Auch im zweiten Vierer lag das Berliner Duo Julia Neumann / Luka Kienbaum ständig in Front, aber auch hier schafften es die Falkensteiner Viktoria Hund und Hannah Karg, mehrfach ein Ausrufezeichen zu setzen, so dass es trotz der kalten Witterung ein heißes Duell wurde. Auch hier ging es all square auf das 18. Tee und auch hier jubelten am Ende die Berlinerinnen über einen 1auf-Sieg.
Im dritten Vierer lief es unter anderen Vorzeichen ganz ähnlich ab. Die jungen Berlinerinnen Alina Bingel und Linda Rademacher ließen das routiniertere Hamburger Duo Christin Eisenbeiß und Maike Schlender nicht davonziehen, drehten Mitte der Backnine das Blatt sogar. Nachdem Bingel/Rademacher auf Loch 14 erstmals die Führung übernehmen konnte, war das Spiel endgültig gekippt und mit einem 3&1-Sieg holte das Berliner-Nachwuchsduo den dritten Punkt für den Titelverteidiger aus der Bundeshauptstadt.

Entscheidung in den Einzeln

Nachdem Berlin aus den Vierern schon drei der fünf Punkte geholt hatte, die für den Sieg im Finale nötig waren, stand Hamburg in den Einzeln unter gewaltigem Druck, liefern zu müssen. Am Vortag, im Halbfinale gegen St. Leon-Rot hatte es mit starken Einzeln und einer immensen Kraftanstrengung dafür gereicht, einen 1:2-Rückstand noch zu drehen und so sah man am Start am Mittag in entschlossene Gesichter der Falkensteinerinnen, aber auch auf sehr konzentrierte Vorbereitungen des GLC Berlin-Wannsee.
Den ersten Punkt im Einzel und damit den vierten für die Gesamtwertung holte wieder Alexandra Försterling. Die Nationalspielerin hatte in Viktoria Hund eine ganz starke Gegnerin, lieferte aber eine Gala-Vorstellung und ließ für die Hanseatin nur ein Lochgewinn übrig. Auf der zehnten Bahn erhöhte Försterling auf 3auf und brachte diese Führung zum 3&2-Sieg nach Hause.
Im ersten Einzel zwischen Catharina Lohoff (Wannsee) und Fiona Liddell (Falkenstein) ging es sehr ausgeglichen zu und so war nicht überraschend, dass dieses Match am Ende all square stand.
Nun fehlte noch ein halber Punkt für den Gesamtsieg des Teams von Trainer Mario Hansch.
Leonie Wulfers lag für Hamburg nach neun Löchern mit 2auf vorne, konnte diesen Vorsprung aber nicht ins Ziel retten, weil Emily Krause nervenstark ihr Pensum runterspielte. Die Jugendnationalspielerin lag nach 17 Löchern 1auf und schon da stand fest, dass es für den Sieg von Berlin reichen würde. Am Ende steht auch dieses Match mit einem 1auf für Berlin in den Büchern.
Die übrigen Matches wurden nicht zu Ende gespielt, aber Hamburg hatte hier jeweils gute Aussichten, den Punkt zu gewinnen, so dass das Endergebnis von 6,5:3,5 sehr gut den Tag auf der prächtigen Anlage von Gut Kaden abbildet.
Der GLC Berlin-Wannsee ist damit zum sechsten Mal insgesamt und zum zweiten Mal in Folge Deutscher Mannschaftsmeister der Damen.

Kleines Finale

Im kleinen Finale trafen tief enttäuschte Spielerinnen des GC St. Leon-Rot auf einen unbeschwert aufspielenden GC München Valley. Die Truppe aus Bayern lieferte als Neuling beim Final Four eine beachtliche Performance ab.
Nach den Vierern stand es 1,5:1,5.
Für Valley holten Chiara Horder und Ramona Zauner gegen Isabelle Schlick und Emily Böhrer mit 5&3 einen Punkt.
Anni Eisenhut und Danielle Modder gewannen für St. Leon-Rot mit 3&2 gegen Lilian Klug und Sonya Knebel. Das Match zwischen Verena Gimmy/Maria Anetseder (Valley) und Charlotte Back/Paula Schulz-Hanßen (SLR) wurde nach 18 Löchern geteilt.
In den Einzeln ging es spannend weiter. Celina Sattelkau (SLR) bezwang Verena Gimmy mit 3&1. Lilian Klug glich auf dem 18. Grün mit ihrem 1auf-Sieg gegen Anni Eisenhut das gesamte Duell wieder aus.
Charlotte Back holte für den Südmeister mit 3&1 einen Punkt gegen Sonya Knebel. Danielle Modder holte für St. Leon-Rot mit einem 6&5-Sieg gegen Maria Anetseder einen weiteren Punkt. Im Gegenzug holte Nina Lang für München Valley mit 3&2 einen Punkt. Paula Schulz-Hanßen lag gegen Chiara Horder ständig in Führung, aber die Deutsche Lochspielmeisterin von 2020 ist bekannt dafür, bis zum letzen Moment zu kämpfen und so holte sie Punkt für Punkt auf, nachdem PSH schon mit 4auf in Front gelegen hatte. Das Match endete all square.

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  • Lilian Klug vom GC München Valley  (Foto: DGV/stebl)
  • Emily Böhrer aus SLR knallte eine Fackel auf die Bahn  (Foto: DGV/stebl)
  • Vierer-Partnerin Isabelle Schlick feierte diesen Schlag  (Foto: DGV/stebl)
  • Später freute sich Schlick über einen eigenen sehr guten Schlag  (Foto: DGV/stebl)
  • Anni Eisenhut aus St. Leon-Rot  (Foto: DGV/stebl)
  • Sonya Knebel aus Valley  (Foto: DGV/stebl)
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Stimmen der Sieger

Alexandra Försterling, die wie schon im Halbfinale erneut ihr Einzel frühzeitig für sich entschied und damit maßgeblichen Anteil am Sieg ihrer Mannschaft hatte, war kurz nach dem letzten Putt überhappy: „Hier gibt es extrem viele Emotionen. Ich bin so stolz auf unser Team. Der Titel bedeutet mir sehr viel. Back-to-back hat Wannsee den Titel noch nie gewonnen, daher ist es nun umso besser. Heute wird gefeiert!“

Mario Hansch, Meistertrainer des GLC Berlin-Wannsee, rang nach diesem Triumph nach Worten: „In den 21 Jahren, in denen ich den Job jetzt mache, ist dies die sechste Meisterschaft und das schöne ist: es nutzt sich nichts ab, es ist immer einzigartig. Diesesmal ist es ganz besonders, weil es ein unglaubliches Team war. Wir haben keinen einzigen Vierer verloren. Ich kann mich nicht daran erinnern, sowas schon mal bei einem Final Four oder einer Deutschen Meisterschaft gesehen zu haben. Die Mädels waren einfach ein Team, wie es besser nicht ging. Unsere Spielerinnen sind fast alle Wannseerinnen, die bei uns das Golfspiel gelernt haben. Das ist grandios, jemandem vom Anfänger bis zur Deutschen Meisterschaft zu betreuen. Das macht wahnsinnig stolz und das ganze System Wannsee wird an solchen Tagen einfach belohnt.“

Die Sportdirektorin des GLC Berlin-Wannsee, Miriam Hiller, empfand am Abend pure Freude über den Titel ihrer Mannschaft: „Erfolge sind das, wofür man arbeitet. Es macht mich unglaublich stolz, dass wir als Team mit allen Beteiligten es schaffen, den Titel zu verteidigen. Die Spielerinnen haben sich hier unglaublich gut präsentiert. Das war einfach toll. So ein Erfolg wird gefeiert werden. Für den Club ist der Erfolg so wichtig, weil wir soviel in den Sport und die Nachwuchsarbeit investieren. Wenn dies mit einem Titel gekrönt wird, ist das einfach nur toll. Für den Club ist dieser Erfolg eine besondere Auszeichnung, weil die Spielerinnen bei uns groß geworden sind. Wir hatten ein so starkes Team auf allen Positionen, dass alle durchgängig ihre Punkte machen konnten.“


Weitere Stimmen

Sebastian Buhl, Coach des GC St. Leon-Rot, war sehr froh, mit seinem Team am Ende noch Bronze gewonnen zu haben: „Nach der großen Enttäuschung von gestern sich aufzuraffen und heute eine Leistung bringen zu müssen, war stark. Valley hat uns alles abverlangt und wir haben die Bronzemedaille gewonnen. Das war ein Sieg der Mentalität. Wir haben das bravourös gemeistert. Wir hatten uns zwar mehr erhofft, mussten uns aber Hamburg geschlagen geben.“

Danny Wilde, der den GC München Valley erstmals zum Final Four gebracht hat, war unter dem Strich mit dem Wochenende zufrieden: „Wir haben die Tage hier als sehr sportlichen und fairen Wettkampf erleben dürfen. Der Platz war für die Witterungsbedingungen in einem hervorragenden Zustand. Wir hatten es spielerisch in der Hand und werden, sofern es eine Liga gibt, im nächsten Jahr mit einem Rucksack voller toller sportlicher Momente wieder angreifen. Ich bin glücklich, dass wir in diesen Zeiten gesund sind und spielen konnten. Das Team hat alles gegeben. Darauf bin ich sehr stolz. Das Team ist mit seiner Leistung zufrieden. Mit einem kleinen Kader haben wir in diesem Jahr mehr geschafft, als wir erhofft hatten. Wir haben gezeigt, dass wir hier hingehören und mit allen mithalten können."

Ergebnisse

Halbfinale      
GC St. Leon-Rot vs. Hamburger GC 4:5
GLC Berlin-Wannsee vs. GC München Valley 6:3
       
Kleines Finale      
GC St. Leon-Rot vs. GC München Valley 5:4
       
Finale      
GLC Berlin-Wannsee vs. Hamburger GC 5,5:3,5