Hummelbachaue wieder erstklassig

Aufstieg 1. Bundesliga Nord Damen

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Christopher Tiess

In der Aufstiegs-Relegation zur 1. Bundesliga Nord siegen die Damen des GC Hummelbachaue gegen den Berliner GC Stolper Heide mit 5:4 und sind nach fünf Jahren wieder erstklassig.

Soviel vorweg: die Entscheidung fiel mit dem letzten Putt des letzten noch laufenden Matches. Dabei deutete sich zwischen dem GC Hummelbachaue und dem Berliner GC Stolper Heide über lange Zeit eine recht klare Entscheidung an. Die beiden Erstplatzierten der Ligagruppen Nord und West trafen in der Aufstiegs-Relegation aufeinander und spielten um den Startplatz in der 1. Bundesliga Nord der Damen.

Am 1. August 2021 wurde die reguläre Saison der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf beendet und der Abstieg des Berliner GC Gatow war besiegelt. Nun ging es um die sportive Entscheidung, wer den freien Platz in der 1. Bundesliga einnimmt. Wird es der ambitionierte Berliner GC Stolper Heide oder wird es der GC Hummelbachaue, der bereits im Jahr 2016 in der 1. Liga gespielt hat. Austragungsort war der Meisterschaftsplatz ebenjenes abgestiegenen Berliner GC Gatow.

Starker Vorsprung nach den Vierern

Insgesamt wurden in dem Turnier neun Punkte ausgespielt: drei Punkte wurde in den Vierern vergeben. Sechs weitere Punkte wurden in den Einzel-Partien verteilt. Die morgendlichen Vierern sahen keine frühen Entscheidungen. Zwei der drei Partien liefen über die volle Distanz. Ein Match wurde an Bahn 17 entschieden. Und doch war das Ergebnis deutlich: mit 2,5:0,5 Punkten fuhren die Damen des GC Hummelbachaue einen komfortablen Vorsprung ein.

Trotzdem war Fabian Hahn, der Coach des GC Hummelbachaue, nicht zufrieden: „In den Vierern waren alle sechs Mädels stark und sehr selbstbewusst. Ich habe mich aber sehr über den geteilten Punkt geärgert. Letztendlich wissen wir alle, dass auch große Führungen nicht sicher sind. Und ein halber Punkt kann am Ende die Entscheidung mit sich bringen.“ Wie dicht Hahn damit an der wenig später eintretenden Realität liegen sollte, war ihm da noch gar nicht bewusst.

Denn es sollte noch einmal richtig knapp werden. Zwar wies die Ergebnisprognose zwischenzeitig ein recht deutliches 6:3 aus. Doch wenn man die schon sicheren Ergebnisse der Vierer abzieht, wird schnell klar, wie sehr die Stolper Damen in den Einzeln gegenhielten. Und es sollte tatsächlich richtig eng werden. Die Berlinerinnen haben sich in eine wahre Aufholjagd gespielt und mit acht von neun Partien in den Büchern, stand es in der Tat 4:4.

Entscheidung am letzten Grün

Alles hing nun an dem einen noch laufenden Match. Hier spielte Anna Minji Nomrowski vom GC Hummelbachaue gegen die routinierte Linda Trockel. Nomrowski schaffte es, die Stolper Leistungsträgerin über die gesamte Runde in Schach zu halten. Kein einziges Mal konnte Trockel in Führung gehen. Und als die beiden Spielerinnen auf dem 18. Grün standen, blieb die 1auf liegende Nomrowski ganz cool und versenkt ihren entscheidenden Zwei-Meter-Putt zum geteilten Loch und zum Sieg per 1auf.

Fabian Hahn resümiert: „Ich muss zugeben: als die Entscheidung fiel, war ich innerlich schon beim Stechen. Insgesamt fühlte sich der Nachmittag schwieriger für uns an. Es war heiß und anstrengend. Auf den Back Nine war es ein echter Kampf. Als wir an Bahn 15, 16 waren, dachte ich mir: da geht was. Aber der Sport schreibt seine eigene Geschichte und es wurde tatsächlich noch einmal richtig knapp.

Stolper Heide hat toll gespielt und hätte den Aufstieg genauso verdient. Letztendlich war es unser Putt, der gefallen ist und wir haben es geschafft. Es waren viele Zuschauer da - viele Fans der Stolper, die es ja nicht weit hatten. Und es war in jeder Hinsicht ein sehr sehr fairer und schöner Wettkampf.“

Ein emotionaler Moment

Dass nun der Aufstieg als Ergebnis dasteht, ist für den PGA Pro Hahn noch gar nicht richtig fassbar: „Wir haben uns über die gesamte Saison nach unten orientiert - wir wollten einfach nicht absteigen. Die Relegation zu erreichen war für uns mehr, als wir uns überhaupt ausgemalt haben. Als wir dann gesehen haben, dass wir gegen Stolper Heide spielen, habe ich gedacht, da ist Schluss. Denn die sind verdammt stark. Und nun stehen wir plötzlich in der ersten Liga. Ich trainiere die Mädels seitdem sie 12-13 Jahre alt sind. Es ist sehr emotional für mich.“

Auch Maximilian Tscherner, Trainer des Berliner GC Stolper Heide, lässt den Turniertag noch einmal Revue passieren: „Die Mannschaft wollte gewinnen - das Team hat so füreinander gekämpft. Das ist vielleicht das wertvollste, was wir im diesem Jahr geschafft haben. Jede Spielerin wollte für das Team gewinnen und wollte, dass das Team aufsteigt. Es ging nicht um einzelne Spielerinnen. In den Einzeln haben die Mädels gezeigt, was sie können. Uns haben nur leider die Vierer aus dem Konzept gebracht.

Hier lag in der gesamten Saison unser Schwäche und dieses junge und sehr dynamische, gute Team von Hummelbachaue hat dies erkannt und die Chance genutzt. Das Spiel insgesamt war sehr angenehm - es war ein gutes Turnier. Und Hummelbachaue steigt verdient auf. Wir selbst werden unsere Mission fortsetzen. Wir haben uns vorgenommen, erste Bundesliga zu spielen. Nun zwar nicht im kommenden Jahr, aber dafür in der Saison danach.“

Rheinland mit drei Damen-Teams in Liga 1

Mit dem Aufstieg des GC Hummelbachaue ist eines jedenfalls sicher: Die Saison 2022 wird vor allem sehr rheinländisch geprägt sein. Neben den frisch gekürten Aufsteigern kommen auch der Düsseldorfer GC und der GC Hubbelrath aus dem tiefen Westen. Im Kampf um die wertvollen Ligapunkte treffen die drei Quasi-Nachbarn auf die Final-Four-Teilnehmer vom Hamburger GC und die Deutschen Mannschaftsmeister vom G&LC Berlin-Wannsee.

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