St. Leon-Rot dominiert auch den dritten Spieltag

1. Bundesliga Süd - Damen

< zurück
Matthias Lettenbichler

Die 1. Bundesliga Süd der Damen wird zur Dreiklassengesellschaft: Am dritten Spieltag der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf feiert das Team des GC St. Leon-Rot den dritten Sieg in Folge und demonstriert auf dem Platz des 1. GC Fürth mit 40 unter Par und 52 Schlägen Vorsprung vor den zweitplatzierten Frankfurterinnen (+12) eindrucksvoll seine Stärke.

Die drei besten Einzelresultate, die beiden insgesamt besten Vierer, vorneweg allein auf weiter Flur: Spätestens nach dem dritten Spieltag der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf gibt es keinen Zweifel mehr daran, dass die Damen des GC St. Leon-Rot auch in der Saison 2021 das Final Four erreichen werden, spätestens nach deren in allen Belangen beeindruckendem Auftritt auf dem Platz des 1. GC Fürth sind die Titelverteidigerinnen aus der Saison 2019 auch wieder der Topfavorit für die DM 2021. Mit 40 unter Par brillierte das Damenteam von Head-Coach Sebastian Buhl auf dem Par-72-Parcours des 1. GC Fürth, allen voran Paula Schulz-Hanßen, die am Samstag mit einer 63er-Runde, gesamt 9 unter Par, einen phantastischen neuen Platzrekord aufstellte und mit einer 65er-Runde auch in ihrem Sonntags-Einzel für das beste Resultat des Tages sorgte.

Während St. Leon-Rot nun 15 von 15 bisher möglichen Punkten gesammelt und damit die Qualifikation fürs Final Four schon so gut wie perfekt gemacht hat, tobt der Kampf im Mittelfeld der Liga umso heftiger. Nur jeweils ein Schlag trennte nach den drei Wertungsrunden in Fürth die Teams des Frankfurter GC (+12), des GC Valley München (+13) und des Münchener GC (+14); die Gastgeberinnen vom 1. GC Fürth konnten ihren Heimvorteil nicht nutzen und belegten nach zwei Einzelrunden und den erstmals in dieser Saison gespielten Vierern vor eigenem Publikum mit gesamt 25 über Par Rang 5, gleichbedeutend mit nur einem Punkt für die Tabelle.

Erfolgreiche Aufholjagd

Frankfurt hat damit seine Aufholjagd erfolgreich fortgesetzt und mit nun sechs Punkten die rote Laterne des Tabellenschlusslichts an die Fürtherinnen abgegeben, die bisher vier Zähler gesammelt haben; Frankfurt war zum ersten Spieltag pandemiebedingt nicht angetreten und hatte in St. Leon-Rot keine Punkte sammeln können. Valley, bisher zweimal Zweiter, musste in Fürth mit Rang 3 zufrieden sein, hält den zweiten Tabellenplatz der 1. Bundesliga Süd der Damen aber mit nun elf Punkten vor dem Münchener GC (8 Punkte).

Wenn es neben dem Gewinnerteam aus St. Leon-Rot einen weiteren Sieger an diesem dritten Spieltag gibt, dann ist es wohl der Frankfurter GC. Die Damen von Coach Keith Coveney hatten sich, so der Trainer, zwar vorgenommen, „in Fürth fünf Punkte zu holen“, doch mit den vier Zählern, die Rang 2 einbringt, waren sie am Ende mehr als glücklich. Denn diese vier Punkte, mit einem Schlag Vorsprung erzielt, bringen den FGC weg vom Abstiegsplatz und lassen sogar – zumindest rechnerisch – noch ein bisschen Hoffnung aufs Final Four, das der Club 2019 auf Rang 2 abschloss, als Deutscher Vizemeister.

„Die Mädels haben sehr gut gekämpft, und ich bin mit den vier Punkten nicht unzufrieden“, so Coveney. „Insbesondere die Vierer haben mich überzeugt, und heute war natürlich Paula Kirner sehr stark.“ Die hatte ihr zweites Einzel am Sonntag mit 4 unter Par absolviert und damit entscheidenden Anteil daran, dass sie in Frankfurt nun wieder ruhig schlafen können – der Abstieg ist kein Thema mehr. Mit 3 unter Par hatten am Samstagnachmittag Helen Tamy Kreuzer und Ava Bergner ihren Vierer für Frankfurt beendet und auch im Teamwettbewerb gezeigt, welch großes Potenzial die FGC-Damen haben.

Chiara Horder in bestechender Form

Dass nach dem dritten Spieltag dennoch weiterhin der GC Valley München heißester Anwärter auf den zweiten Final-Four-Startplatz ist – der erste ist wohl vorzeitig an St. Leon-Rot vergeben – hat viel mit der konstant guten Leistung von Chiara Horder an diesem Wochenende zu tun. Mit 2 unter Par und 5 unter Par absolvierte sie ihre beiden Einzel bravourös, gemeinsam mit Nina Lang spielte sie eine Par-Runde im Vierer und damit auch im Team-Event das beste Ergebnis ihres Clubs. „Der Samstag war ein eher holpriger Tag für uns, deshalb war es umso wichtiger, dass wir heute die Nerven behalten haben“, so Team-Captain Constantin Schwierz in seiner Analyse. „Wir haben das Talent und die Qualität im Team, dass wir, wenn wir solide unser Spiel spielen, in dieser Liga zumindest die Nummer 2 sein können. Das wollen wir beweisen.“ Insbesondere bei den Vierern sieht er noch Luft nach oben, und im Wedge-Game. „Wir wissen sehr gut, woran wir bis zum vierten Spieltag noch arbeiten müssen, und hoffen, dann auch unseren Heimvorteil nutzen zu können.“

Der vierte Spieltag findet am 17. und 18. Juli im GC Valley München statt, und spätestens dort wird sich zeigen, wohin die Reise für die Teams der 1. Bundesliga Süd der Damen gehen wird. Dass es zumindest in diesem Jahr wohl noch schwierig werden könnte mit dem Final Four, das weiß Pascal Proske, Head-Coach der Spielerinnen des Münchener Golf-Club – aber das war für 2021 auch noch nicht das Ziel. Er baut für den Club vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt das Damenteam komplett neu auf, setzt verstärkt auf den jugendlichen Nachwuchs und will den MGC auf diese Weise mittelfristig wieder in die deutsche Spitze führen, heißt, ins Final Four und irgendwann auch wieder zur Deutschen Meisterschaft. Platz 4 stand diesmal zu Buche für sein junges Team, Antonia Alefeld und Marie-Agnes Fischer sorgten für die besten Einzelresultate, die Routiniers Nicola Rössler und Vicki Troeltsch spielten mit 2 unter Par den besten Vierer des MGC.

Erstmals Spieltag-Feeling

„Zunächst freut es mich, dass wir zum ersten Mal einen ganz normalen Spieltag absolvieren konnten. Wir haben Vierer gespielt, die Spielerinnen konnten Caddie machen, und wir alle konnten als Team in der Gastro an einem Tisch sitzen. Das hat sich angefühlt wie ein richtiger Spieltag“, so Proske. Sportlich habe sein Team die internen Ziele knapp erreicht. „Aber wir sehen auch: Mit diesen Zielen sind wir in dieser Liga nicht vorne dabei. Unser Ziel ist es, in der Süd-Liga konstant zumindest die Nummer 2 zu sein, und wir sehen, dass wir dafür noch etwas mehr Gas geben müssen. Entsprechend werden wir das Trainingsvolumen in den nächsten Wochen noch ein wenig hochfahren.“ Positiv stimmt ihn für dieses Ziel die Konstanz im Team: „Wir haben vorne zwar keine tiefe Runde, aber auch hinten keinen hohen Streicher. Wir können uns auf jeden verlassen und haben einen breit aufgestellten Kader, mit dem wir in den nächsten Monaten und Jahren arbeiten können. Das wird sich auf Dauer sehr positiv auswirken und in den Ergebnissen sichtbar werden.“

Ähnliche Artikel

So ist die Stimmung bei den vier Herrenteams

Am kommenden Wochenende ist es soweit: Das Final Four 2021 auf Gut Kaden steht an. Die große Frage lautet: Wer setzt sich nach
mehr ...


Trainerwechsel beim Stuttgarter GC Solitude

Nach sechs Jahren Zusammenarbeit ist Schluss: Die Herrenmannschaft des Stuttgarter GC Solitude und ihr Trainer Peter Wolfenstetter
mehr ...

  • Dreimal angetreten, dreimal gewonnen: Die Damen des GC St. Leon-Rot steuert ohne Umschweife aufs Final Four zu und brilliert in der 1. Bundesliga Süd. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Auch in der zweiten Einzel-Runde in Fürth spielte Paula Schulz-Hanßen das beste Ergebnis, legte mit einer 65er-Runde nach und führte das Team des GC St. Leon-Rot zum Kantersieg mit 52 Schlägen Vorsprung. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Mit 5 unter Par brillierte am Sonntag auch St. Leon-Rots Daniëlle Modder auf dem gepflegten Platz des 1. GC Fürth. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Treue Grüns erlaubten es den Spielerinnen in Fürth wirklich tief zu gehen. Hier locht Daniëlle Modder zum Birdie ein. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Mit 3 unter Par überzeugte Anni Eisenhut am Sonntag in Fürth und trug entscheidend zum Topresultat des GC St. Leon-Rot bei.  / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Beobachtet von den Spielerinnen des GC Valley München (rechts) spielt hier St. Leon-Rots Olivia Bergner das 18. Grün an. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
mehr ...

Konstanz im Kader, kontinuierliche Arbeit, die zu ebensolchem Erfolg führt. Attribute, die seit vielen Jahren auf den GC St. Leon-Rot zutreffen, und es ist kein Zufall, dass Pascal Proske dort bis 2019 Cheftrainer der Damen war. Seinen Posten und das Team der Deutschen Meisterinnen übernahm 2020 Sebastian Buhl, und er hat die Mannschaft ganz offenbar sehr gut durch die Monate der Pandemie geführt, sie vielleicht sogar noch ein wenig stärker gemacht. 40 unter Par in Fürth. Der dritte Sieg in Folge. Und zwar so unangefochten, dass man feststellen muss: In der Süd-Liga zumindest hat St. Leon-Rot keine Konkurrenz.

Harter Hund mit glücklichem Lachen

Wie sie in St. Leon-Rot ticken, versteht man vielleicht am besten, wenn man Sebastian Buhls Antwort auf die Frage kennt, wie er denn die 63er-Runde von Paula Schulz-Hanßen einschätzt, immerhin ein neuer Platzrekord in Fürth, sechs Schläge besser als die alte Marke, und mit 9 unter Par das beste Resultat, das der amtierenden Europameisterin je in Deutschland gelungen ist. „Das hätte eigentlich eine 60 sein müssen“, sagt Buhl dazu nur trocken. Und fügt nach kurzem Überlegen etwas milder und mit einem Lächeln hinzu: „Okay, können. Hätte eine 60 sein können.“ So ganz freilich nimmt man ihm den harten Hund nicht ab. Sein glückliches Lachen und Strahlen, wenn er seine Spielerinnen nach der Runde abklatscht, verrät, wie stolz er auf sein Team ist, und darauf was sie auf die Beine gestellt haben in St. Leon-Rot. Trotz der Pandemie.

In Phasen, in denen gemeinsames Training nicht möglich war, gab es Zoom-Sessions für das Team, Telefonate oder Coaching per WhatsApp. Später trainierte der Kader unter optimalen Bedingungen in St. Leon-Rot. „Diese Arbeit der letzten eineinhalb Jahre trägt nun offenbar Früchte“, stellt Buhl zufrieden fest, „die Mannschaft wächst in ihrer Leistung und auch emotional immer dichter zusammen.“ Bärenstark die 11 unter Par des ersten Einzel-Spieltags, wobei hier Paula Schulz-Hanßen mit ihrer 63er-Platzrekordrunde natürlich großen Anteil hat. Exzellent die 7 unter Par aus den Vierern. Was aber wirklich beeindruckt, sind die 22 unter Par in den Einzeln am Sonntag. Paula Schulz-Hanßen spielt erneut sensationell, notiert 65 Schläge, 7 unter Par, Maline Kraus und Daniëlle Modder steuern jeweils ausgezeichnete 67er-Runden bei. Anni Eisenhut eine 69, Charlotte Back eine 70. Das Streichergebnis ist 2 über Par von Olivia Bergner. St. Leon-Rot spielt zumindest an diesem Tag in einer anderen Liga.

Die Maßstäbe sind auch deshalb andere, weil der Club so offensichtlich stets aus dem Vollen schöpfen kann. European-Tour-Spielerin Karolin Lampert ist dabei in Fürth, Buhl lässt die aber nur im Vierer spielen und in den Einzeln „lieber die jungen Wilden ran“ (Buhl). Und die machen ihre Sache mehr als gut, steigerten sich am Sonntag noch einmal deutlich und sorgten für den rekordverdächtigen Vorsprung von 52 Schlägen. Buhl: „Wir konzentrieren uns nach wie vor auf uns selbst und versuchen, die Dinge die wir machen, stets zu verbessern. Der Riesenschritt war an diesem Wochenende, den Vorsprung den wir nach dem Samstag hatten, nun am Sonntag konsequent auszubauen und nicht nachzulassen, sondern mutig weiter nach vorne zu spielen.“ Das gelingt den Damen des GC St. Leon-Rot ganz ohne Zweifel, und von Spieltag zu Spieltag offenbar immer besser.

Treue Grüns im 1. GC Fürth

Und das Team der Gastgeber? Der 1. GC Fürth stellte für den dritten DGL-Spieltag 2021 einen exzellent präparierten und hervorragend gepflegten Golfplatz zur Verfügung, handhabte die noch geltenden Corona-Regeln ebenso professionell wie mit Maß und Ziel und sorgte damit für echtes Spieltag-Feeling inmitten der 130.000-Einwohner-Stadt. Etliche Dutzend Zuschauer kamen auf die Anlage und hatten Spaß daran, guten Golfsport aus nächster Nähe zu sehen, auch wenn die Damen von Head-Coach Michael Heffner den Heimvorteil am Ende nicht nutzen konnten und sich mit Rang 5 begnügen mussten. „Uns war klar, dass es keine einfache Saison wird, und dass wir auch nur eine kleine Chance auf den Klassenerhalt haben. Natürlich hatten wir gehofft, beim Heimspieltag ein paar mehr Punkte holen zu können, aber das Ergebnis stellt schichtweg die Realität dar“, so Heffner „Ich bin nicht einmal sehr unzufrieden mit den Leistungen meiner Spielerinnen. Unser Team hat solide gespielt, und der Abstand ist gar nicht mal so enorm groß.“ Der größte Unterschied zu den Spitzenteams, so der Coach, sei die Selbstverständlichkeit, mit der Spielerinnen wie Paula Schulz-Hanßen oder Chiara Horder einfach weitermachten, auch wenn sie schon 6 unter Par liegen, dann eben noch ein Birdie spielen und noch eines. Heffner. „Am ersten Tag lagen wir nach 14 Löchern auf Platz 2, sind dann aber auf den letzten Löchern durch die Bank eingebrochen. Daran müssen wir arbeiten.“

Am besten sehr konzentriert in den kommenden vier Wochen, denn wer weiß, vielleicht gibt es dann ja doch noch eine Überraschung in der 1. Bunddesliga Süd der Damen, wenn am 17. und 18. Juli im GC Valley München der 4. Spieltag der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf ansteht und ermittelt wird, wo die Reise hingeht für die fünf Damen-Teams des Südens.

Endergebnis

Tabelle

  • Was für eine grandiose Leistung: Mit 9 unter Par spielte Paula Schulz-Hanßen in ihrem Einzel am Samstag nicht nur einen neuen Platzrekord auf der Par-72-Anlage des 1. GC Fürth sondern mit der fehlerfreien 63er-Runde mit neun Birdies auch das beste Resultat ihrer bisherigen Laufbahn auf einem Golfplatz in Deutschland. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Trainer Sebastian Buhl (links) begleitet und coacht hier den SLR-Vierer Karolin Lampert / Paula Schulz-Hanßen. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  • Tourspielerin Karolin Lampert kam im Vierer zum Einsatz und brachte gemeinsam mit Paula Schulz-Hanßen eine gute 69er-Runde für St. Leon-Rot ins Clubhaus. / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  •  / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  •  / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
  •  / Spieltag 3-2021 Deutsche Golf Liga presented by All4Golf / Foto: DGV/Lettenbichler
mehr ...